Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Podium der WLB war der Rahmen für eine Matinée des Vereins der Freunde der WLB in Zusammenarbeit mit der WLB. Wolfgang Clauß, Beirat des Vereins, präsentierte in heiteren Versen „Herr Err und andere Kuriositäten“. Er ist von Haus aus Jurist und liebt es, selbst erlebte oder aus nächster Nähe erfahrene, aber auch nicht ganz ernst zu nehmende Begebenheiten, Ereignisse und Gespräche in Versen festzuhalten. Das amüsierte Publikum erfuhr unter anderem, warum Herr Err die Straße nach Balderschwang in den Winterurlaub rückwärts hochfuhr. Oder wie es kam, dass nach feucht-fröhlicher Nacht der Gast im Doppelbett im Möbelhaus aufwachte, von den ans Schaufenster klopfenden Passanten bestaunt.
Alexander Schumann (links) und Wolfgang Clauß (Foto B. Daferner)
Wolfgang Clauß agierte gekonnt auf der Bühne, präsentierte seine kleinen Werke verschmitzt und pointiert und sammelte sich reichlich Lachen und Beifall ein. Alexander Schumann am Klavier setzte mit Rachmaninoff, Debussy und Chopin meisterhafte Akzente. Beim Stück „Kobold“ zeigte er auch schauspielerisches Talent. Nach der gelungenen Aufführung lud der Verein zu einem Umtrunk ins Obere Foyer, wo ein großer Kreis mit den beiden Künstlern plauderte. Nur einer war nicht dabei: Herr Err, der gerade wieder von Balderschwang rückwärts ins Tal fuhr.
Begeisterter Beifall und Blumen gab es im bis auf den letzten Platz gefüllten Podium II der WLB für die Schauspielertruppe von „Der Frauenarzt von Bischofsbrück“. Die Mitglieder des Vereins der Freunde der WLB nutzten die Chance, die Folge 1 der Kultserie erstmals oder als Wiederholungsfall zu genießen. Und alle wollten wissen, welche Wendungen und Turbulenzen seines Lebens der sympathische Frauenarzt Dr. Julius Borg erleben muss, als er einem Bestechungsversuch der Pharma-Lobby widersteht. Wie er von der Staatsgewalt verfolgt wird, herb enttäuscht von der deutschen Justiz ist und von Mafiosi wie Seniore Calamari beschützt wird.
In Topform spielten Gesine Hannemann, Christian A. Koch, Marcus Michalski und Martin Theuer. Von der ersten Sekunde an sprang der Funke über von der Bühne voller Aktionen ins hoch amüsierte Publikum. Es fieberte mit Gräfin Rentzlow und drückte Mutter Maria von den Heiligen Wassern inbrünstig die Daumen. Die Varianten der Geräuschentstehung vom Wagen zuschlagen bis zum Hofgang im Gefängnis waren so eindrucksvoll, dass einige Mitglieder diese auch zuhause ausprobieren wollen. Nach dieser fesselnden Vorstellung zog es noch eine große Schar mit den Schauspielern ins Theatercafe, wo alle Beteiligten wieder in fröhlicher Runde feststellten, wie schön es ist, dass eine tolle Schauspielertruppe auf einen immer größer werdenden Fanclub trifft.
Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil für zwei Schauspieler
Die WLB hatte die Mitglieder des Vereins und ihre Freunde zu dieser Aufführung eingeladen. Man konnte den Gelehrten Dr. Faust nochmals oder erstmals mitzuerleben. Jeden Tag quält er sich mit den großen Fragen des Lebens auf der Suche nach beruflicher und privater Erfüllung. Religion, Philosophie, Magie – nichts zeigt Wirkung. Bis er mit dem Teufel Mephisto einen Pakt schließt. Die Inszenierung war für die Theaterfreunde ein schönes Erlebnis, Faust, Mephisto, Gretchen, gespielt von Monika Barth und Elke Twiesselmann einmal von dieser Seite kennen zu lernen. Ein Abenteuer für Theaterfans, welches mit viel Beifall bedacht wurde.



