Traditionell besucht der Verein einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung. Diesmal war es das Kommunale Kino, das seit drei Jahrzehnten ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt ist. Die Geschäftsführerin des „KoKi“, Sibylle Tejkl ,stellte in launiger Form Konzeption und Bildungsauftrag des eingetragenen Vereins mit ca. 1400 Mitgliedern vor. Neben dem populären Kino auf der Burg gibt es das Kinderkino GONZO, das Jugendkino, das Film-Café, originalsprachliche Angebote, das QuerFilmFestival, Kino & Talk und vieles mehr. Bärbel Braun-Nickel vom Verein dankte Sybille Tejkl, bevor die Mitglieder den wunderbaren britischen Spielfilm „The Lady in the Van“ mit der zweifachen Oscar-Preisträgerin Maggi Smith genossen. Im Anschluss an den Film gab es im „Lux“, der Gastronomie des KoKi, bei einem gemütlichen Ausklang noch viele Gespräche, die um die Filmerei, aber auch übers Theater gingen.
Traditionell lädt die WLB einmal im Jahr den Verein zu einem ganz besonderen Theaterabend ein, diesmal zu „Herbstmilch“, einem Stück zu Anna Wimschneiders Erfolgsbuch, das vor 30 Jahren ein Millionen-Bestseller war. Kein Wunder, dass kein Platz im Podium mehr frei war, als die Schauspielerinnen in einer Mischung aus Erzählung und Spielszenen das entbehrungsreiche Leben der Bäuerin Anna entstehen ließen. Mit dem Tod ihrer Mutter 1927 endet schlagartig die Kindheit der achtjährigen Anna. Sie muss den Haushalt übernehmen, ihren Vater und sieben Geschwister versorgen. Wieder einmal das Besondere eines gelungenen Theaterabends: Das Mitgehen und Mitspüren des Publikums mit den Darstellerinnen auf der Bühne. Bernd Daferner vom Verein, der Anna Wimschneider vor 30 Jahren bei Filmaufnahmen persönlich kennengelernt hat, dankte der WLB und besonders Sabine Bräuning, die aus dem Buch das Stück gemacht und es perfekt inszeniert hat. Natürlich auch den wunderbaren Schauspielerinnen Katja Uffelmann und Barbara Stoll. Daferner lud die Protagonisten und die Zuschauer namens des Vereins zu einem Umtrunk ins Obere Foyer ein. Dort gab es spannende Gespräche zwischen höchst interessierten Mitgliedern und den Künstlerinnen, die sich des Lobes und der vielen Fragen kaum erwehren konnten. Sie erfuhren immer wieder, dass es ihnen gelungen war, durch ihre Kunst für alle Beteiligten den Zauber eines besonderen Theaterabends entstehen zu lassen..
- Beifall und Blumen für die Künstler Foto: Inge Rieber
- Beim Umtrunk nach der Aufführung Foto: Inge Rieber
Der Verein der Freunde der WLB ist ein großer Fürsprecher für die Junge WLB, das Kinder- und Jugendtheater der Landesbühne. Da sich viele Mitglieder mal wieder in die Welt von ganz jungen Menschen hineinfühlen wollten, folgten sie der Einladung des Vereins zum Besuch des Kinderstücks „Zwei Schwestern bekommen Besuch“. Und da einige Kinder, Enkel, Neffen und Nichten mitbrachten und der Verein Kinder und Eltern des Kindergartens Stadtmitte zu diesem Theaterbesuch eingeladen hatte, spielte ein tolles Ensemble vor vollem Haus. Zwei Schwestern leben glücklich und zufrieden auf einer Insel. Doch als Vetter Hans zu Besuch kommt, weicht die anfängliche Freude schnell. Er bringt nämlich alles nach seinen Vorstellungen in Ordnung und die Welt der Schwestern total durcheinander. Und da tun sich Fragen auf: Wer bestimmt eigentlich, wie man richtig lebt? Und muss man sich für etwas bedanken, das man eigentlich gar nicht wollte? Großer Schlussapplaus für Galina Freund, Sabine Christiane Dotzer und Daniel Elias Böhm. Inszeniert hatte Marco Süß, der Leiter der Jungen WLB. Er wurde von Ulrike Jahn-Sauner vom Vorstand des Vereins kurz interviewt. Er verriet, wie Stücke ausgesucht werden und was man mit ihnen bezwecken will. Kinder brauchen Geschichten, darüber, wer sie sind und über die Welt um sie herum. Geschichten zum Staunen, Lernen und Träumen. Süß stellte auch das WLB-Projekt „Klassenkasse“ vor, das der Verein mitträgt und fördert. Es ermöglicht allen Kindern, auch Flüchtlings- und Zuwandererkindern, einen altersgerechten Zugang zur Kultur. Jahn-Sauner versicherte, dass der Verein auch künftig tatkräftig zum Gelingen beitragen wird.





