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Gemeinsamer Besuch von "Ein ganzes Leben"

Dienstag, 7. Mai 2019, 20 Uhr, WLB, Podium 1

Nach der grandiosen Inszenierung von „Der Trafikant“ ist in der WLB nun ein weiterer, wunderbarer Roman von Robert Seethaler auf der Bühne zu sehen. Ein stiller Außenseiter kommt mit vier Jahren in ein Tal, in dem er dann sein ganzes, einfaches Leben verbringt, wo er die Liebe seines Lebens kennen lernt und auf tragische Weise bald wieder verliert und wo er, wie es im Roman heißt, ohne Bedauern auf sein Leben zurückblicken kann „mit einem abgerissenen Lachen und einem einzigen, großen Staunen“.

 

 

Zurückliegende Veranstaltungen

Zurückliegende Veranstaltungen

Wieder ein sehr schöner Abend mit Friedrich Schirmer

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Vereins betonte Wolfgang Clauß als 1. Vorsitzender zunächst, sich derzeit über das wunderbare, rundum faszinierende Theater WLB mit seinem großartigen Ensemble zu äußern heiße, sich in ständigen Superlativen zu bewegen, was vor allem Intendant Friedrich Schirmer und Chefdramaturg Marcus Grube zu verdanken sei.

Er berichtete über die durchgeführten Veranstaltungen, Besuche von Theaterproben, einen gemeinsamen Theaterabend, Theaterpreisverleihungen, Matineen mit der Dramaturgie und Bühnenbildnern, eine Dichterbegegnung und Besuche anderer Esslinger Kultureinrichtungen, und gab einen Ausblick auf das Jubiläumsjahr 100 Jahre WLB und 20 Jahre Theaterverein und die diesbezüglichen Aktivitäten des Vereins.

Schatzmeister Erich Saam erstattete den Kassenbericht, Otto Blumenstock trug als Kassenprüfer den Prüfbericht vor und empfahl die Entlastung des Schatzmeisters und des gesamten Vorstands, was antragsgemäß erfolgte. Wolfgang Clauß dankte Erich Saam, der aus altersbedingten Gründen nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidierte, für seine jahrelange, vielfache Tätigkeit im Vorstand und die ausgezeichnete Ausübung der Ämter.

Unter der Wahlleitung von Roland Geltz wurde folgender Vorstand gewählt: Dr. Wolfgang Clauß als 1. Vorsitzender, Bernd Daferner und Christa Müller als seine Stellvertreter und ferner Dr. Thomas Dietz, Barbara-Braun-Nickel und Ulrike Jahn-Sauner.

Höhepunkt des Abends war wieder einmal ein Gespräch mit Intendant Friedrich Schirmer. Die Theaterfreunde erfuhren von Friedrich Schirmer u. a., wie es zu seiner ersten und zweiten Intendanz kam, weshalb es ihm so wichtig war, Marcus Grube als Chefdramaturgen zu gewinnen, und weshalb ihm ebenso wichtig war, dass seine Idee von der bevorstehenden Doppelspitze zusammen mit Marcus Grube Anklang fand. Spannend war die anschauliche Schilderung der Zusammenstellung seines Ensembles, das auch altersmäßig so gut besetzt sei, dass jede Rolle glaubhaft gespielt werden könne. Im weiteren Verlauf ging Friedrich Schirmer auf die bevorstehendeJubiläumsspielzeit, insbesondere auf die beiden Eröffnungswochenenden ein. Auch das Theatergebäude der WLB und seine Entstehung nach dem Abriss der alten Theaterscheuer – Vereinsmitglied Dr. Dieter Deuschle schilderte hierzu auf heitere Weise, welche Hindernisse es zu überwinden gab – war ein Thema und Friedrich Schirmer brachte am Ende des Gesprächs deutlich zum Ausdruck, wie sehr er die tolle Atmosphäre des Gebäudes schätze und wie wohl er sich in Esslingen fühle. Gern hätte man Friedrich Schirmer noch viel länger zugehört.

 

 

 

 

 

Herr Kapellmeister, bitte

Einmal im Jahr lädt der Verein seine Mitglieder zu einem Besuch einer anderen Esslinger Kultureinrichtung ein. Das machte auch diesmal neugierig, denn Wolfgang Clauß konnte ein bis auf den letzten Platz besetztes Haus begrüßen, als er in Entenmanns Keller – seit einem Jahr am Rathausplatz – die Idee „Kultur im Keller“ und das aufs Schönste renovierte 800 Jahre alte Gewölbe vorstellte. Hier finden Konzerte von Jazz bis Klassik, Lesungen u. v. a. statt.

 

Bei dieser, vom Verein organisierten Veranstaltung gab’s einen „Wiener Liederabend“ mit kleinen leiblichen Genüssen. Bernd Daferner stellte mit dem Duo Hiby/Polacek keine Unbekannten vor. Gerhard Polacek, in Wien aufgewachsen, ist als Schauspieler, Regisseur und Sänger seit über 30 Jahren in Esslingen aktiv und Reiner Hiby, Opernsänger und Pianist, wirkt seit über einem Vierteljahrhundert auch in diesem Duo mit. Wer Polacek kennt, hatte gewiss nicht „Wien, Wien nur Du allein“ erwartet, sondern diesen Abend, an dem singend und musizierend, plaudernd und rezitierend zwischen den Höhen und Tiefen der Wiener Seele geschwankt wurde.

Und wenn nach Polaceks „Herr Kapellmeister, bitte“ Hiby in die Tasten griff, war’s, als wenn sich der Stephansdom nach Esslingen verneigte. Eingestreute Geschichten zeigten z. B., wie leicht es für einen Amerikaner ist, eine ganze Trambahnbesatzung durcheinander zu bringen, wenn man fragt, wo man wieder aussteigen muss. Dem Publikum gefiel’s und es ging nach langem Applaus mit dem Gefühl nach Hause, dass nicht jeder Österreicher eine Reblaus sein will und Wiener zu sein ein schweres, aber schönes Schicksal ist.

 

Das Bühnenbild als Teil der Faszination Theater

Das war eine wunderschöne Matinee im Podium 2 der WLB! Bühnenbildnerin Marion Eisele und Bühnenbildner und Regisseur Marcel Keller gaben in einer von Wolfgang Clauß moderierten gemeinsamen Veranstaltung der WLB und des Vereins der Freunde der WLB herrliche Einblicke in die Entstehung von Bühnenbildern, insbesondere von ihren Bühnenbildern, die an der WLB zu sehen sind bzw. in den letzten Spielzeiten zu sehen waren.

Es war ein Genuss, den beiden Künstlern zuzuhören. Das fing schon bei den Erzählungen, wie eine Idee für ein Bühnenbild entsteht, beispielsweise wie es zu den Entwürfen der Bühnenbilder „Hiob“ und „Frau Emma kämpft im Hinterland“ (Marion Eisele) sowie „Der Freischütz“ und „Der fliegende Holländer“ (Marcel Keller) kam, an. Spannend war dann, über das Zusammenspiel Bühnenbildner/in mit Regisseur/in in der Entwurfsphase zu erfahren. Sehr interessant war auch die Schilderung der Umsetzung der Entwürfe, nämlich die Vorstellung der Zeichnungen und Modelle gegenüber der Technischen Abteilung, die sogenannte Bauprobe, die Erstellung technischer Zeichnungen für die Werkstätten und der Tag der technischen Einrichtung, der Tag, an dem das Bühnenbild in seiner Vollkommenheit steht. Und die Matineebesucher erfuhren Näheres über die häufige Konstellation, in welcher der/die Bühnenbildner/in auch für die Kostüme zuständig ist, oder, wie häufig bei Marcel Keller, sich Regie und Bühnenbild in Personalunion befinden. Selbstverständlich kamen neben vielen künstlerischen Aspekten auch Fragen der Statik eines Bühnenbilds, insbesondere bei mehreren Ebenen, und die Sicherheit für die Schauspieler auf der Bühne überhaupt zur Sprache. Vergessen wurde auch nicht, auf den Reiz, aber auch auf die Herausforderungen bei einem Bühnenbild einer Freilichtinszenierung einzugehen.

Dass man als Bühnenbildner/in viele Fähigkeiten benötigt, betreffend Zeichnen und Malen, Kreativität, räumliches Vorstellungsvermögen, handwerkliches Verständnis, Teamfähigkeit und eine Kenntnis betreffend alle Bereiche des Theaters, wurde den Matineebesuchern rasch klar. Und es machte großen Spaß, Marion Eiseles und Marcel Kellers fundierten und gleichermaßen erfrischenden und auch heiteren Ausführungen in einer sehr feinen Veranstaltung zu lauschen.

 

Welch ein interessanter Probenbesuch

Nach dem herrlichen Auftakt der WLB mit den glanzvollen Premieren „Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark!“, „Die Nashörner“ und „Das Ende ist mein Anfang“ sowie – Junge WLB – „Cyrano“ und „Der Mondscheindrache“ hatten wir Gelegenheit, eine Probe zu „Der zerbrochne Krug“ zu besuchen. Intendant Friedrich Schirmer und der 1. Vorsitzende Wolfgang Clauß konnten wieder sehr viele Vereinsmitglieder willkommen heißen.

Dankenswerterweise nahm sich die stückbegleitende Dramaturgin Michaela Stolte trotz ihrer gleichzeitigen Stückbegleitung betreffend „Faust I – Reloaded“ Zeit, uns im Podium 2 zunächst auf die Probe vorzubereiten. Sehr klar und anschaulich führte sie in das Stück allgemein und in die Inszenierung im Besonderen ein.

Ausgezeichnet vorbereitet ging es dann ins Schauspielhaus, wo wir eine sehr interessante Probenarbeit unter der Regie von Hans-Ulrich Becker erlebten. Die Probe betraf ausschließlich die vorletzte Szene in Kleists genialem Lustspiel, die Szene, in der Eve aus ihrer Zurückhaltung herausgeht und ihr Schweigen bricht. Äußerst spannend war die Probenarbeit. Hans-Ulrich Becker und die Schauspielerinnen und Schauspieler probierten und feilten intensiv und gründlich und immer wieder erlebten wir großartige Ideen.

Es war ein sehr schöner und beeindruckender Probenabend, der eine große Vorfreude auf die Aufführung schuf.

Die Theaterpreise des Vereins für die Spielzeit 2017/2018 wurden verliehen

Zu Beginn der WLB-Spielzeiteröffnung „Spaziergang durch den Spielplan 2018/2019“ wurden die Theaterpreise des Vereins für die zurückliegende Spielzeit verliehen. Wieder wurden eine Schauspielerin und ein Schauspieler geehrt, die von einer vom Vereinsvorstand berufenen Jury mehrheitlich gewählt wurden. In gleicher Weise wurde eine Inszenierung ausgezeichnet sowie ein Preis für die Junge WLB und ein Sonderpreis verliehen.

Wolfgang Clauß berichtete, die Jury-Mitglieder hätten sich auch in diesem Jahr angesichts der erneut glanzvollen Spielzeit, der wiederum sehr gelungenen Stückauswahl, der ganz starken Inszenierungen und des großartigen Ensembles, das so wunderbar harmoniere und zusammenhalte, bei der Entscheidung sehr schwer getan.

Monika Wille begründete die Auszeichnung des von Laura Tetzlaff inszenierten Stücks „Frau Emma kämpft im Hinterland“ damit, dass die durch den Krieg verursachte Entfremdung und Sprachlosigkeit, das „Sich nichts mehr zu sagen haben“, dramaturgisch brillant geschliffen, sehr nachdenklich und bewegend in Szene gesetzt worden sei. Alle Schauspieler hätten in ihrer Rolle emotional, facettenreich und einfühlsam überzeugt. Bühnenbild und Kostüme seien bis ins kleinste Detail durchdacht gewesen, die Klangkompositionen hätten die Handlung bestärkt und nachvollziehbar deutlich gemacht.

Thomas Dietz ehrte in der Preiskategorie „Schauspielerin“ Kristin Göpfert. Sie habe in „Hedda Gabler“ und in „Frau Emma kämpft im Hinterland“ eine ganz herausragende Leistung gezeigt. Sie zeichne sich durch eine bestechend klare Sprache und eine vielfältige und variable Sprechkunst aus. Kristin Göpfert schlage die Zuschauer und Zuhörer in ihren Bann.

Natascha Richter händigte in der Preiskategorie „Schauspieler“ den Preis Felix Jeiter aus. Sie führte aus, Felix Jeiter verstehe auf eine ganz besondere Art und Weise, die changierenden Seiten seiner Rollen darzustellen. Sein Spiel sei geprägt von einem jugendlichen Charme, verbunden mit einer großen Ernsthaftigkeit und Reife, wobei er eine ruhige Würde ausstrahle. Die von ihm mit großer Wandelbarkeit verkörperten Charaktere nehme man ihm voll und ganz ab.

Ulrike Jahn-Sauner überreichte den Preis für die unter der künstlerischen Leitung von Marco Süß stehende Junge WLB der Schauspielerin Galina Freund. In „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ habe sie mit ihrem humoristischen Talent die großen und kleinen Besucher zum Lachen gebracht, in „Ein Kriegsspiel“ und in „Das Tagebuch der Anne Frank“ habe sie ihre Begabung gezeigt, tragische Schicksale überzeugend zu verkörpern, in „Ein Sommernachtstraum“ habe sie mit Inbrunst demonstriert, wie schmerzlich Herzeleid sein könne.

Christa Müller hielt die Laudatio auf die Inszenierung „Schtonk!“, die mit dem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Sie enthalte gleich mehrere auszeichnungswürdige Besonderheiten: Die Thematik sei brandaktuell, das Wagnis Bühnen-Uraufführung nach der Filmvorlage sei äußerst gelungen, ein Paradestück von Intendant Friedrich Schirmer und Chefdramaturg Marcus Grube sei der Erhalt der Rechte für diese geniale Bühnenfassung Marcus Grubes. Preiswürdig sei auch die grandiose Regieführung Marcus Grubes mit raschen Szenenfolgen, nicht nachlassendem Schwung, herrlich pointierten Dialogen und einer stets gelungenen Situationskomik. Überaus bemerkenswert seien die hervorragenden Leistungen aller Schauspielerinnen und Schauspieler und das sehr beeindruckende Bühnenbild von Frank Chamier.

Im Elfenwald auf der Maille

Der letzte Probenbesuch in der Spielzeit 2017/2018 galt dem diesjährigen Freilichtstück der WLB „Ein Sommernachtstraum“, einem Musical nach William Shakespeare, in einer Neufassung und mit Songtexten von Heinz Rudolf Kunze und der Musik von Heiner Lürig.

Zunächst führte die stückbegleitende Dramaturgin Anna Gubiani die zahlreich erschienen Theaterfreunde im Podium 2 der WLB sehr gelungen in das Stück ein und bereitete sie geschickt auf die Probe vor. Danach ging es auf die Maille, wo einen die zum Stück passende Anordnung der Zuschauertribünen sofort voll überzeugte. Und dann erlebte man etwa eine Stunde lang eine sehr beeindruckende Probenarbeit unter der Regie von Klaus Hemmerle. Es war der Tag nach der sogenannten AMA (Probe „Alles mit allem“). Sehr interessant war, wie in einer Szene mit Oberon, Titania und Hofnarr Puck sehr gründlich gearbeitet und an Details gefeilt wurde. Herrlich waren die Dialoge und Songs, begleitet vom Musikalischen Leiter Wolfgang Fuhr.

Im Anschluss an die Probe gab es im Podium 2 der WLB ein tolles Nachgespräch zur Probe mit Anna Gubiani und dem Schauspieler Martin Theuer, der an der Probe beteiligt war. Man erfuhr dabei aus erster Hand nicht nur wichtige Dinge betreffend die Probenarbeit in Bezug auf das konkrete Stück, sondern darüber hinaus, sehr anschaulich und sympathisch vorgetragen, das Werden und die Probenabschnitte einer Produktion allgemein.

Am Ende dieses schönen Probenabends  war die große Vorfreude der Probenbesucher auf die Aufführung deutlich zu spüren.

Wenn zwei kontrastreiche WGs aufeinanderprallen

Traditionell lädt die WLB den Verein einmal im Jahr zu einem besonderen Theaterabend ein, dieses Mal zu „Wir sind die Neuen“, der Komödie von Ralf Westhoff, in einer Bühnenfassung von Jürgen Popig, herrlich inszeniert von Klaus-Dieter Köhler. Das Karteninteresse war so groß, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten.

In dem Stück prallen zwei übereinander wohnende, grundverschiedene WGs aufeinander, einmal zwei Studentinnen und ein Student, die sich, karriereorientiert, wenn auch nicht immer geschickt, auf das Examen vorbereiten, und eine Alt-68er-WG, eine Rentnerin und zwei Rentner, die nicht nur aus finanziellen Gründen alte Zeiten wieder aufleben lassen wollen. Das schafft naturgemäß in vielen Dingen nicht lösbar erscheinende Konflikte zweier Generationen. Und dann sorgen Umstände dafür, dass man doch zusammenfindet.

Die raschen Szenen- und Stockwerkwechsel sind in der Inszenierung genial gelungen. Man erlebt ständig köstliche, pointierte Dialoge. Die WGler werden glänzend gespielt, die jungen Streber von Barbara Dussler, Sofie Alice Miller und Felix Jeiter, die Alt-68er von Gesine Hannemann, Lothar Bobbe und Achim Hall. Und die große Spielfreude der Schauspieler wurde allzeit deutlich. Der Funke sprang alsbald auf das begeisterte Publikum über und der anschließende Beifall war riesig. Sehr unterhaltsam waren schließlich die Gespräche mit den Schauspielerinnen und Schauspielern bei einem kleinen Umtrunk nach der Vorstellung.

Ein sehr gelungener Besuch des J.F. Schreiber-Museums

Es ist eine gute Tradition des Vereins, einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung zu besuchen. In diesem Jahr entschieden wir uns für das J.F. Schreiber-Museum im Salemer Pfleghof. Das bot sich schon deshalb an, weil auch viele Esslinger nicht wissen, welche Bedeutung und welch großes Ansehen der J.F. Schreiber-Verlag besaß.

Zunächst schilderte Martin Beutelspacher, der Leiter der Städtischen Museen, sehr kurzweilig und erfrischend die historischen Abschnitte des Salemer Pfleghofs. Julia Opitz, wissenschaftliche Volontärin, führte uns dann durch die beiden Stockwerke des Museums. Sehr anschaulich berichtete sie über die Entstehung und die Aktivitäten des Verlages, der 1837 von Jakob Ferdinand Schreiber, der als Lithograf mit 44 Steinplatten 1831 nach Esslingen gekommen und durch den Druck von Heiligenbildern („Holgen“) bekannt geworden war, gegründet wurde. Berühmt wurde der Verlag vor allem durch seine farbig illustrierten Kinder- und Naturbücher, Wandtafeln für den Schulunterricht, die weithin bekannten Modellbaubögen und, was uns als Theaterfreunde besonders interessierte, seine auch international sehr erfolgreichen Papiertheater. Sehr interessant waren die Einblicke in die komplexe Technik des Steindrucks.

Ein ganz großer Genuss war der Rundgang im oberen Teil des Museums und dort vor allem die Geschichte des Papiertheaters und seine Technik sowie der Gang durch die Wurzelhöhle, deren Basis Sybille Olfers Bilderbücher „Etwas von den Wurzelkindern“ sind.

Es war ein wunderschöner Abend in einem hochinteressanten Museum, dessen Besuch Groß und Klein sehr zu empfehlen ist. Und es war eine großartige Führung durch Julia Opitz, die die Fähigkeit hat, tief gehend zu informieren und dennoch gut zu unterhalten.