Begleitung der WLB auf einem Abstecher

Es war ein sehr schöner Kulturausflug, den Natascha Richter, Beiratsmitglied des Vereins und Stadtarchivarin der Stadt Kornwestheim, für den Verein ganz hervorragend organisierte.

Johannes Ellrott, Kulturmanager der Stadt Kornwestheim, stellte uns zunächst sehr anschaulich und unterhaltsam das im Jahr 2013 eröffnete, gegenüber dem Rathausturm liegende Kultur- und Kongresszentrum, „Das K“, das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der Stadt, vor, berichtete über seine Entstehung auf dem ehemaligen Kinogelände „Koralle“ und über das breite Spektrum der dortigen Veranstaltungen. Danach führte er uns durch das sehr weitläufige Gebäude mit seiner modernen technischen Ausstattung und seinen multifunktionalen Räumen. Am beeindruckendsten sind – auch die Stadtbücherei befindet sich in dem Gebäude – der große Festsaal und der schöne Theatersaal mit seinen 420 Plätzen.

Dieser Theatersaal ist auch ein Gastspielort der WLB. So wurde am Vortag unseres Besuchs „Schtonk!“ aufgeführt. Und wir sahen uns – als Herzstück unserer Reise – eine Vorstellung der Jungen WLB an, „Bergkristall“ von Adalbert Stifter in einer Bühnenfassung von Christian Schönfelder. Es ist eine wunderbare, spannende und sehr schöne Bühneneffekte beinhaltende Inszenierung von Jan Müller, herrlich gespielt von Alessandra Bosch und Timo Beyerling.

Den Ausklang des kulturellen Ausflugs bildete ein Besuch zweier interessanter Ausstellungen im benachbarten Kleihues-Bau: „Luzia Simons – Naturgeschichten“, Blüten verschiedener Kontinente, vor allem in der Technik des Scannogramms, und „Farbenrausch. Die Natur des Spätimpressionisten Manfred Henninger“ mit vielen Variationen der Farbigkeit.

Es war wunderbar, darin waren sich alle Teilnehmer des Ausflugs einig, die WLB einmal auf einem Abstecher begleitet zu haben.

Foto: Johannes Ellrott

Welch eine tolle Matinee!

Von links: Marcus Grube, Markus Bartl, Christine Gnann, Wolfgang Clauß. Foto: Thomas Dietz

„Regisseur*innen im Gespräch“ lautete der Titel der von Wolfgang Clauß moderierten gemeinsamen Veranstaltung der WLB und des Vereins der Freunde der WLB im Podium 1 der WLB. Und im Gespräch waren Christine Gnann, Markus Bartl und Marcus Grube, von denen an der WLB wunderbare und sehr beeindruckende Inszenierungen zu sehen waren und zu sehen sind.

Sehr spannend waren die Schilderungen zur Entstehung eines Inszenierungskonzepts, zu den diesbezüglichen Vorüberlegungen – was interessiert die Regisseurin/den Regisseur an einem Stück, welche Aspekte sind ihr/ihm der heutigen Gesellschaft zu erzählen wichtig? –, und zur Frage, wie beweglich ein solches Konzept sein muss. Hochinteressantes erfuhr man zur wichtigen Zusammenarbeit einer Regisseurin/eines Regisseurs mit dem Regieteam, insbesondere mit der Ausstatterin/dem Ausstatter – wie weit gehen die diesbezüglichen Vorschläge der Regisseurin/des Regisseurs? – und mit der Dramaturgie als kritische Begleiterin, die eine wichtige Hilfestellung bei der Entwicklung des Konzepts gibt. Und dann schilderten Christine Gnann, Markus Bartl und Marcus Grube sehr anschaulich die Probenarbeit von der Konzeptionsprobe bis hin zur Generalprobe.

Sehr schön war, dass bei allen Themen immer wieder die konkreten Inszenierungen angesprochen wurden.

Die Matineebesucher erfuhren sehr viel über die Kunst der Regie, über den erforderlichen Ideenreichtum, über das ebenso erforderliche geschickte Händchen in der Zusammenarbeit mit den Schauspielerinnen und Schauspielern, über die Fähigkeit, Sicherheit auszustrahlen, zu motivieren und zu begeistern. Man hätte Christine Gnann, Markus Bartl und Marcus Grube, die über all die Punkte mit leichter Hand, herrlich erfrischend, und doch sehr tief gehend erzählten, noch lange zuhören können.

Ein sehr beeindruckender Probenbesuch

Nach dem großartigen Jubiläumsauftakt der WLB mit den ganz hervorragenden Premieren „Kabale und Liebe“, „Heisenberg“ sowie – Junge WLB – „Der Mäusesheriff“ (Lesekiste) und „Der goldne Topf“ hatten wir gleich zu Beginn der Spielzeit wieder einmal Gelegenheit, eine Theaterprobe zu besuchen. Es war ein Probenabend betreffend „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz in einer Bühnenfassung von Laura Tetzlaff.

Intendant Marcus Grube konnte sehr viele Vereinsmitglieder willkommen heißen. Zunächst bereitete er – bei dieser Produktion auch für die dramaturgische Betreuung verantwortlich – uns im mittleren Foyer der WLB ausgezeichnet auf die Probe vor. Er führte, zum Thema Gedächtnis und Vergangenheitsaufarbeitung etwas weiter ausholend, so anschaulich und sauber strukturiert in den 1968 erschienenen Roman und in die Inszenierung ein, dass schon allein der Auftakt ein großes Erlebnis war. Mit dieser sehr guten Vorbereitung ging es ins Schauspielhaus. Dort erlebten wir unter der Regie von Laura Tetzlaff eine spannende, schon weit vorangeschrittene Probenarbeit. Die Szenen waren sehr beeindruckend und berührend. Und so wurde bei einem anschließenden Nachgespräch mit Marcus Grube die Spannung der Besucher auf die Aufführung sehr deutlich.