Mitgliederversammlung der Theaterfreunde

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins in der WLB wurde unter der Wahlleitung von Roland Geltz folgender Vorstand gewählt: Bernd Daferner 1. Vorsitzender, Christa Müller und Erich Saam Stv. Vorsitzende, Barbara Braun-Nickel, Lutz Ternes und Ulrike Jahn-Sauner. Beiräte sind: Ingrid Vandrée, Dr. Wolfgang Clauß und Gabriele Ternes.

Daferner dankte dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit und den Mitgliedern für ihr Interesse und manche Anregung bei vielen Veranstaltungen. Im Bericht des Vorstands ging es um die zentralen Veranstaltungen und Zielsetzungen der letzten 2 Jahre. Besonders bewährt haben sich die Theaterproben.

Beliebt waren die jährlichen Einladungen der WLB zu einem besonderen Theaterabend. Der Theaterpreis des Vereins hat zwischenzeitlich einen festen Platz dank einer kundigen und engagierten Jury aus Vereinsmitgliedern. Besonders am Herzen liegt dem Verein auch das Kinder- und Jugendtheater. Theaterfahrten führten nach Ulm und Fellbach.

Mit Interesse wird die Spielclubarbeit, speziell die des Seniorenspielclubs verfolgt. Beim neuen Erwachsenenspielclub wird überlegt, ob daraus auch ein Bürgertheater entstehen kann. Auch künftig wird einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung besucht. Vorgesehen ist ein Abend in der Galerie 13 mit Kunstausstellung und Theater.

Intendant Friedrich Schirmer im Mittelpunkt

Zwei Punkte haben die letzten 2 Jahre wesentlich geprägt: Der Intendantenwechsel von Manuel Soubeyrand zu Friedrich Schirmer und das Theaterjubiläum. Das Soubeyrand-Team wurde herzlich verabschiedet, die neue Mannschaft herzlich willkommen geheißen.

Ein Highlight war das Jubiläum „150 Jahre festes Theater in Esslingen“, das der Verein zusammen mit der WLB und dem Netzwerk Kultur organisierte. Otto Blumenstock, der den Kassenbericht vortrug, wurde als Gründungsmitglied des Vereins für seine jahrelange Mühe, seinen fachlichen Rat und seine Unterstützung gedankt.

Bevor die Fragerunde mit Intendant Friedrich Schirmer begann, lobte Daferner den fulminanten Start in die Schirmer-Ära mit einem großartigen Ensemble, das auf große Zustimmung bei den Zuschauern stößt. Nachdem Friedrich Schirmer vor seinem Amtsantritt gesagt hatte, dass ihm der Kontakt zu den Zuschauern und deren Einschätzung besonders wichtig ist, lautete das Motto: Mitglieder fragen, der Intendant antwortet.

Er gab spannende Antworten zu Spielplangestaltung, zu einzelnen Inszenierungen, zur Schauspielerauswahl, Regisseuren, unterschiedlichen Inszenierungsstilen und nahm zahlreiche Anregungen von Mitgliedern mit. Er fühlt sich in Esslingen mit großer Herzlichkeit aufgenommen und freut sich über den guten Geist im Ensemble und der ganzen WLB. Nach der Veranstaltung gab es noch gute Gespräche mit dem erfahrenen Theatermacher.

Mit der Not wächst der Widerstand

Eine besonders gelungene Theaterprobe des Stücks „Die Bauernoper“ erlebten die Vereinsmitglieder in der WLB.

Theaterprobe des Verein der Freunde der Württembergischen Landesbühne des Theaterstück "Die Bauernopfer"

B. Daferner stellt die Dramaturgin Michaela Stolte vor
Foto: Roland Geltz

Die Dramaturgin Michaela Stolte führte im Podium II engagiert in das Stück und seine historischen Zusammenhänge ein. Szenen aus dem schwäbischen Bauernkrieg im 15. Jahrhundert, direkt vor unserer Haustür. Die leibeigenen Bauern sind Eigentum der geistlichen oder weltlichen Feudalherren. Die Not wächst – und mit ihr der Widerstand: Die Bauern fordern die Abschaffung der Willkür, die Aufhebung der Leibeigenschaft, demokratische Rechte und eine bessere Verteilung des Eigentums. Endlich stehen die Geknechteten gegen ihre Peiniger auf. Ein Stück Heimatgeschichte und zugleich ein kritisches Spektakel.

Auf der großen Bühne folgten Proben einzelner Szenen. Ein partnerschaftlich-offener und gleichzeitig präziser Regiestil von Pavel Mikulastik, der weltweit renommiert, seine choreografischen Wurzeln nicht verbirgt. Faszinierend, wie die ausdrucksstarken Schauspieler in die Rolle der verzweifelten Bauern schlüpfen, geschunden – ohne Hoffnung, in ihrer Not zusammengeschweißt wie durch einen seidenen Faden. In seiner sympathisch-humorvollen Art, die eine große Übereinkunft mit dem Ensemble zeigt, band der Regisseur auch die Zuschauer ein. „Ist es so verständlich? Ist es laut genug?“

Und nebenbei noch Hintergrundinformationen zum Stück und den Instrumenten. So erfuhr man, dass Mikulastik bereits im Inszenierungsteam der Uraufführung der Bauernoper 1973 in Tübingen war, die auch ein Vereinsmitglied mit großer Begeisterung miterlebt hatte. Nach der Probe hatten Interessierte noch Gelegenheit mit der Dramaturgin offene Fragen zu besprechen und Anregungen einzubringen. Bernd Daferner vom Verein dankte Michaela Stolte und der WLB für diesen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen.