Triumph der Komödianten

Traditionell lädt die WLB einmal im Jahr den Verein zu einem ganz besonderen Theaterabend ein, und diesmal zur Komödie „Venedig im Schnee“.

Kein Wunder, dass kein Platz mehr frei war, als die Schauspielertruppe ein Feuerwerk zündete, das eins zu eins auf die begeisterten Zuschauer übersprang. Das prickelnde französische Verwechslungsspiel mit zwei Paaren in Paris und immer absurderen Geschichten hatte alles parat, was einen höchst amüsanten Theaterabend ausmacht: Spritzige Dialoge, ein Schuss Gesellschaftssatire und glänzend aufgelegte Schauspieler, die gerne zugaben, dass ein begeisterungsfähiges Publikum auch die Protagonisten zu Höchstleistungen bringt.

Tosenden Beifall gab es für die glänzend aufgelegten Schauspieler. Foto: Inge Rieber

Tosenden Beifall gab es für die glänzend aufgelegten Schauspieler. Foto: Inge Rieber

Bernd Daferner vom Verein dankte der WLB und den Schauspielern Renate Winkler, Diana Gantner, Ralph Hönicke Jonas Martin Schmid und der stückbegleitenden Dramaturgin Sandra Bringer und lud sie noch an die Bar ins WLB-Foyer ein. Dort gab es bei kühlen Getränken für die Zuschauer spannende Gespräche mit den Künstlern, die selbst auch viel Freude daran hatten und erfuhren, dass sie von vielen Sympathisanten umringt waren, die sie auch in ernsten Rollen schätzen und mögen.

Der Postmichel kommt zum Theaterjubiläum

Zum großen Jubiläumsfest „150 Jahre festes Theater in Esslingen“ am 26. April wird der Postmichel ganz bestimmt kommen.

Zusätzlich, so hofft der Verein der Freunde der WLB, noch mehrere tausend Besucher, die zusammen feiern und Ausschnitte aus einer großen Theatergeschichte sehen wollen. Hierüber informierte der Verein seine Mitglieder in der WLB-Probebühne, denn in Zusammenarbeit mit der WLB und der Unterstützung durch die Stadt Esslingen und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, wurde ein Programm entwickelt, das es in Esslingen im Zusammenhang mit Theater so noch nicht gegeben hat.

Im Theaterviertel, das vom Postmichelbrunnen über die Ritterstraße bis zur Küferstrasse reicht, mittendrin natürlich das Theater in der Strohstraße, wird auf Bühnen nicht nur eine Kurzversion des Postmichels gespielt, sondern es werden in einer Modenschau Theaterkostüme aus vielen Spielzeiten präsentiert. Theaterszenen werden Esslinger Theatergeschichte zeigen, wie etwa die Operettenära der Nachkriegszeit, wo das „Weiße Rössl am Wolfgangsee“ u.a. das Esslinger Theater bis oben hin füllte.

1864, das Jahr, in dem das neue Theater aus der alten Theaterscheuer entstand, wird in einer Reihe von Theaterszenen und mit entsprechenden Kostümen wieder lebendig. In der „Blauen Insel“ in der Küferstraße wird man auf viele beliebte und unvergessene alte WLB-Schauspieler treffen und im „Theaterschaufenster“ des Modehauses Kögel wird gezeigt, wie viele große Namen schon an der WLB gespielt haben. Die Besucher haben aus über 20 Programmpunkten die Auswahl. Das Programm des Theaterviertels, das von einem Arbeitskreis des Vereins entwickelt wurde, fand große Zustimmung der Mitglieder, die noch weitere Anregungen einbrachten und sich vielfach bereit erklärten aktiv zum Gelingen dieses Großereignisses beizutragen.

Jungfrau mit Sendungsbewusstsein

Theaterprobe im Schauspielhaus

Irgendwann ist es uns schon begegnet, das Bauernmädchen in Rüstung und mit göttlichem Sendungsbewusstsein. Wir erinnern uns an einen brennenden Scheiterhaufen. Eine historische Frauengestalt, die auch nach 600 Jahren wie keine andere im Gedächtnis der Menschen lebendig geblieben ist.

Bei der Theaterprobe der „Jungfrau von Orleans“ für den Verein in der WLB, wollten die Mitglieder von Chefdramaturgin Katrin Enders nochmals hören, wo dieses Schillerstück historisch angesiedelt ist und welche Fragen der schwäbische Dichterfürst darin aufwirft. Enders erläuterte, dass das Stück auch heute noch eine hohe Brisanz besitzt und uns überlegen lässt: Gibt es sie noch, die Leitfiguren? Und was können sie wirklich leisten. Bei der Probe im Schauspielhaus, die Schauspieler agierten noch ohne endgültige Kostüme, beobachteten die Theaterfreunde die Regieanweisungen von Alejandro Quintana, den Spielfluss und das Zusammenspiel entwickelnd. Mitzuerleben, wie an einzelnen Szenen gefeilt wird, macht es für die Theaterfreunde wieder besonders spannend, bald die Endversion auf der Bühne zu erleben.