Nächste Veranstaltungen

Mitgliederversammlung

Mittwoch, 22. März 2017, 19.30 Uhr, WLB, Podium 1

Im Mittelpunkt wird ein Gespräch mit Intendant Friedrich Schirmer stehen, in dem es um den Theaterboom an der WLB, um Stückauswahl, Schauspieler und Zuschauer geht. Er ist auch gespannt, zu erfahren, wie  seine Arbeit eingeschätzt wird.

Tagesordnung: Bericht des Vorstands, Kassenbericht und Wahlen.

 

Eine Sommernacht mit Hindernissen

Traditionell lädt die WLB den Verein der Freunde der WLB einmal im Jahr zu einem besonderen Theaterabend ein. Diesmal zu „Eine Sommernacht“. Bernd Daferner erinnerte in seiner Begrüßung vor vollem Haus, dass diese Einladung seit fast 18 Jahren daran erinnert, „dass wir seinerzeit zusammen für die WLB angetreten sind, mit dem Ergebnis, dass es die WLB heute noch gibt und zwar in Höchstform, z.B. was das Ensemble und die Zuschauerzahlen angeht“. Der Beifall zeigte, dass die Mitglieder stolz darauf sind.

Gespielt wurde das Zwei-Personenstück von Kristin Göpfert, seit 2004 festes Ensemblemitglied und in der Spielzeit 14/15 als beliebteste Schauspielerin ausgezeichnet und Felix Jeiter, neu im Ensemble und als Franz im „Trafikant“ wahrlich überzeugend. An einem verregneten Sommerwochenende in Edinburgh lernt die erfolgreiche Scheidungsanwältin Helena, die von ihrem Liebhaber versetzt wurde, den Kleinkriminellen Bob kennen. Außer ihrem Alter – 35 – haben sie nichts gemeinsam. Trotzdem wagen sie betrunken einen One-Night-Stand miteinander. Nach dem Aufwachen schickt sie ihn weg, aber das Schicksal führt die beiden unverhofft wieder zusammen. Die Akteure ziehen alle Register ihrer Schauspielkunst, von liebenswürdig, wild, enttäuscht und euphorisch und zeigen auch im musikalischen Teil, wie versiert sie sind. Langer Beifall belohnte sie, bevor sie im Oberen Foyer noch lange mit interessierten Mitgliedern plauderten.

Kristin Göpfert sucht Wohnung

Die Schauspielerin Kristin Göpfert, seit 2004 festes Ensemblemitglied
der WLB,  sucht für sich und ihre zwei Kinder möglichst in der Esslinger
Innenstadt eine 3-Zimmer-Wohnung.
Wer hier  weiterhelfen kann, sendet bitte eine Mail an:

Herr Err fährt wieder rückwärts

In der WLB platzte der Saal aus allen Nähten, als der Verein der Freunde der WLB in Zusammenarbeit mit der WLB zu einer heiteren literarisch-musikalischen Matinee mit dem Titel „Herr Err kehrt zurück“ geladen hatte. Der Esslinger Dichter Wolfgang Clauß, von Haus aus Jurist, hatte wieder einen bunten Bogen selbst erlebter oder aus nächster Nähe erfahrene Begebenheiten in Verse verpackt. Erneut gelang es ihm, der auch im Verein der Freunde aktiv ist, dem begeisterten Publikum mit seiner witzigen, fröhlichen und auch temperamentvollen Art einen entspannten Sonntagvormittag mit vielen Lachern zu bereiten. Wieder fuhr der titelgebende Herr Err rückwärts nach Balderschwang hoch und die Tübinger Zimmerwirtin zu Studentenzeiten in den 60ern war höchst erfinderisch bei der Verhinderung von Damenbesuchen bei ihren „Buben“. Edgar Müller-Lechermanns gelungene Überleitungen am Klavier verbanden gekonnt die humorvollen Verse.  So fügte sich Erdichtetes und Musikalisches zu einer mit lang anhaltendem Schlussapplaus bedachten Matinee. Kein Wunder, dass viele der Einladung des Vereins der Freunde zu einem Umtrunk mit den Künstlern ins Obere Foyer folgten.

Theaterprobe „Seelenwanderung“

Am 24. Januar 2017

Kann man auch ohne Seele leben?

Trotz klirrender Kälte war die Theaterprobe zum Stück “Seelenwanderung“ gut besucht. Die Mitglieder wollten wissen, was es mit den beiden Freunden auf sich hat, die in einer schwierigen Lebenslage auf die Idee kommen, die Seele des einen verpfänden zu lassen. Intendant Schirmer meinte lachend, dass der Besuch einer Theaterprobe durch den Verein für das jeweilige Stück immer ein gutes Omen gewesen sei. Chefdramaturg Marcus Grube führte in engagierter Form in das Stück und seine Philosophie ein. Im Schauspielhaus begrüßte Regisseur Klaus Hemmerle den Verein, der einen ersten Durchlauf der 1. Spielhälfte miterlebte. Also kaum Eingriffe der Regie. Rufe wie „Lichtwechsel“ etc. forderten dann auch die Vorstellungskraft der Zuschauer. Spannend wieder, wie die guten Darsteller zusammenfinden, manchmal noch nach dem gemeinsamen Rhythmus und Timing suchend, wie die Szenen flüssig ineinander greifen. Im Nachgespräch mit dem Chefdramaturgen gab es viele Fragen und Anregungen. Wie könnte die Geschwindigkeit noch gesteigert werden, ist die gute Musik manchmal zu lang? Marcus Grube versprach die Anregungen bei den weiteren Probearbeiten zu berücksichtigen. Wolfgang Clauß vom Verein dankte Marcus Grube und der WLB für diese spannende Theaterprobe.

Der Esslinger „Kulturrucksack“ und das Projekt „Klassenkasse „

Beide Projekte werden vom Verein der Freunde der WLB unterstützt.

Viele sagen, junge Leute sollten nicht nur mit ihrem Smartphone spielen, sondern auch Zugang zu kulturellen Angeboten bekommen. Von der ersten Sekunde an hat der Verein die Überlegungen der WLB (insbesonders von Marco Süß, Leiter Junge WLB) unterstützt, jungen Leuten ein kulturpädagogisches Angebot zu machen. Wir sind stolz mit der WLB, dass daraus das erfolgreiche Projekt „Esslinger Kulturrucksack“ entstanden ist. Es ist ein Angebot für SchülerInnen der Klassenstufe 5 der Stadt Esslingen.Ein Kooperationsprojekt der WLB/Junge WLB, der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen und dem PODIUM Festival.

Kunst als Grundnahrungsmittel für alle! Alle Esslinger SchülerInnen der 5. Klassen weiterführender Schulen sind mit Unterstützung der RektorInnen und der KontaktlehrerInnen mit dabei., Sie nehmen in diesem Schuljahr an spannenden Veranstaltungen der o.g. ausgewählten Esslinger Kultureinrichtungen teil und können bei aktiver Vor- und Nachbereitung ihren eigenen künstlerischen Ausdrucksformen Raum geben

Der Esslinger Kulturrucksack geht in der Spielzeit 2016/2017 bereits in die dritte Runde. Alle weiterführenden Esslinger Schulen sind mit dabei.Die SchülerInnen besuchen eine Vorstellung des Kinderstücks Sumchi von Amos Oz in der WLB Esslingen und nehmen an passend dafür konzipierten Workshops vor und nach dem Theaterbesuch teil. Sie sehen eine Musik- oder Tanztheaterinszenierung im Rahmen des PODIUM Festival und besuchen in der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen eine Ausstellung. Im Vorfeld kommt eine Kulturpädagogin in die Klassen.

DIE WLB-KLASSENKASSE

Nicht alle Familien können sich die Teilnahme an kulturellen Angeboten leisten. Mit der WLB KLASSENKASSE werden Kinder unterstützt, denen der Zugang zum Theater finanziell nicht möglich ist. Im Rahmen dieses Projekts werden Eintrittskarten für Vorstellungsbesuche sowie theaterpädagogische Veranstaltungen finanziert. Der Verein der Freunde der WLB unterstützt diese Aktion ideel und finanziell. Besonders wichtig ist auch die Unterstützung durch die Kreissparkasse Esslingen.

Wer mithelfen möchte , kann dies durch eine Spende tun. Dadurch wird es möglich, die Klassenkasse langfristig anzulegen. Dieses Projekt nimmt an der Verdoppelungsaktion der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen teil. Alle Spenden die derzeit eingehen, werden von der Sparkasse nochmal verdoppelt.

Wenn Sie z.B. 25 € spenden, werden daraus 50 € für die Klassenkasse. Sie können spenden und erhalten weitere Infos unter: http://www.gut-fuer-den-landkreis-esslingen.de/projects/44627

Theater ist Lebensqualität

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Podium, als der Verein der Freunde zur Matinee „Faszination Theater“ eingeladen hatte. Dieses Gespräch mit drei Schauspielern, nämlich Klaus Lerm, der über 30 Jahre an der WLB spielte, Nina Mohr und Marcus Michalski, beide aktuelle WLB-Mimen, moderierten Bernd Daferner und Wolfgang Clauß. Gemeinsam mit den Zuschauern spürten sie dem Phänomen nach, dass die WLB derzeit einen wahrhaften Theaterboom erlebt. Die besten Zuschauerzahlen seit 25 Jahren und mit über 113000 Zuschauern, in der letzten Spielzeit insgesamt, mehr als das Staatsschauspiel in Stuttgart. Daferner gratulierte allen Theatermachern und Intendant Friedrich Schirmer. Er verwies darauf, dass der Erfolg auch an dem großartigen Ensemble liege.

Klaus Lerm erzählte mit unterhaltsamen Beispielen, wie sich das Theater im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Und er ist immer noch ein ein eindrucksvoller Mime, der ab 1965 in vielen Rollen glänzte. Nina Mohr, die Jüngste in der Runde und vor kurzem als beliebteste Darstellerin der Spielzeit 15/16 ausgezeichnet, erzählte, wie sie vom Schultheater zur Schauspielausbildung in Salzburg kam und welche Rollen ihr am meisten Freude machten. Marcus Michalski, der bereits 1998 von der Zeitschrift „Theater heute“ als bester Nachwuchsschauspieler nominiert war und auch in Film und Fernsehen aktiv ist, verriet, wie er an die Rolle des Walter Kempowski in „Tadellöser und Wolff“ heranging und schilderte Erfahrungen mit Theaterkritiken, die teilweise vollständig konträr sind. Wolfgang Clauß beleuchtete mit den Schauspielern besonders das Verhältnis Publikum und Darsteller.

Es zeigte sich, dass diese Elektrizität zwischen Rampe und Zuschauerraum für die Akteure ein ganz besondere Rolle für das Gelingen eines Theaterabends spielt. Auch Intendant Schirmer wies darauf hin, dass der Zuschauer und seine Reaktionen wesentlicher Bestandteil einer Aufführung sind, denn schließlich würde ja für die Zuschauer Theater gemacht. Langer Beifall für die Akteure und spannende Gespräche mit ihnen beim anschließenden Umtrunk zeigten, wie sehr die Zuschauer Theater und die Schauspieler mögen und dass das Publikum auch spannende Blicke hinter die Kulissen mag.

Von links: Marcus Michalski, Wolfgang Clauß, Nina Mohr und Klaus Lerm. Foto: Erich Saam

Von links: Marcus Michalski, Wolfgang Clauß, Nina Mohr und Klaus Lerm. Foto: Erich Saam

Schauspieler muss mehrfach im See ertrinken

Die erste Theaterprobe der neuen Spielzeit fand zum Stück „Der Trafikant“ in der WLB statt. Die Besonderheit:Es war eine Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins mit dem renommierten Esslinger „Dienstagskreis“. Nach der Begrüßung durch Bernd Daferner stellte Charlotte Plischke vom Kreis – übrigens auch Gründungsmitglied des Theatervereins – kurz den „Dienstagskreis“ vor, der bereits in den 50ern von OB Roser begründet wurde. Sie sagte, dass sie, wie alle, die das Buch von Seethaler gelesen haben, nun sehr gespannt seien, wie es in ein Theaterstück umgesetzt werde. Die stückbegleitende Dramaturgin Michaela Stolte berichtete, dass der Autor für die WLB die Theaterfassung erstellt hat und sich auf der Bühne in einer Version alle wechselnden Schauplätze befinden. Eine Stunde beobachtete der höchst interessierte Zuschauerkreis im Schauspielhaus, wie der Regisseur Hans-Ulrich Becker akribisch an einzelnen Szenen feilte. Immer wieder musste der Schauspieler Antonio Lallo vom Blitz getroffen im Attersee ertrinken, bis das Zusammenspiel von Schauspielern, Blitzen und Donnergeräuschen, die live auf der Bühne entstehen, optimal zusammenpasste. Einmal mehr beeindruckend, wie es in aufwendiger Feinarbeit gelingt, dass eine Stimmung entsteht, die die Zuschauer in ihren Bann zieht. Das Nachgespräch im Podium zeigte, dass die Teilnehmer mit Spannung der Premiere entgegenblicken.

Verleihung der Theaterpreise

Vor gut gefülltem Schauspielhaus wurden im Rahmen der WLB-Matinee „Entdeckungsreise durch den Spielplan“ die Theaterpreise des Vereins der Freunde der WLB verliehen.

Bernd Daferner begrüßte und sagte, dass die zweite Spielzeit eines Intendanten in Theaterkreisen sehr gefürchtet sei. Aber Friedrich Schirmer habe zusammen mit einem tollen Ensemble die WLB weiter auf Erfolgskurs geführt. Dem Intendanten bescheinigte er, dass er zu jeder Zeit für sein Theater da war und wie wichtig ihm die Zuschauer seien, deren Zahl wieder einmal deutlich gestiegen sei.

Laudatorin Monika Wille äußerte sich begeistert über das beliebteste Stück ‚Narziß und Goldmund‘. Dieses Traumspiel von der Suche nach sich selbst habe die Jury und sie selbst einfach fasziniert.

Die beliebteste Darstellerin ehrte Erich Saam. „Sie hat grünbraune Augen, hat ihre Ausbildung am Mozarteum in Salzburg gemacht und in ‚Hamlet‘, im ‚Preispokal‘ sowie ‚Tadellöser und Wolf‘ geglänzt. Als das übergroße, projizierte Konterfei von Nina Mohr sichtbar wurde, brandete großer Beifall auf.

Dies war auch beim beliebtesten Darsteller, nämlich Johannes Schüchner, der Fall. Ingrid Vandrée würdigte seine überzeugenden Leistungen im ‚Preispokal‘, in ‚Narziß und Goldmund‘ und im ‚Hamlet‘, wo er den Hauptdarsteller mit Emotionen wie Euphorie und Rachsucht ausgestattet habe.

Den Preis für die Junge WLB überreichte Ulrike Jahn-Sauner. „Die Kurzhosengang“ sei 80mal aufgeführt worden. Das sei doch ein toller Beleg für die Stückauswahl, die Schauspieler und das Interesse junger Menschen an einem spannenden Theaterstück.

Wolfgang Clauß hielt eine gereimte Lobrede auf „Herbstmilch“, das Stück, das einen Sonderpreis der Jury erhielt. Sabine Bräuning sei es meisterlich gelungen, den Roman über das entbehrungsreiche Leben der Bäuerin Anna Wimschneider in nur einer Stunde zusammen mit hervorragenden Darstellerinnen auf die Bühne zu bringen.

 

Shakespeare auf der Maille

Für den Verein der Freunde der WLB sind Freilicht-Theaterproben immer ein Höhepunkt – aber wetterbedingt oft eine Zitterpartie. Doch nach Regengüssen kamen bei dieser Probe erstmals nach langer Zeit Sonnenstrahlen heraus. Der stückbegleitende Dramaturg Matthias Göttfert führte im Podium 2 der WLB in das Stück „Hamlet – Prinz von Württemberg“ ein und berichtete vom Verlauf der Probenarbeiten. Der Autor Jörg Ehni schrieb für die WLB eine schwäbische Fassung des großen Shakespeare-Dramas und verlegte die Handlung an den Hof des württembergischen Königs. Auf der Freilichtbühne konnte man dann feststellen, dass es durchaus möglich ist, Schwäbisch und Hochdeutsch zu mischen. Hamlet spricht hochdeutsch, der Hofstaat mehrheitlich schwäbisch. „Ihr wisst, dr Hamlet hat sich arg verändert. s`´isch rätselhaft. Mir beide denket halt, dass ihn dr Tod von seinem liebe Vatter so schlaucht, dass er sich selber nemme kennt. „ Das eindrucksvolle Spiel der Darsteller ließ dann auch die Fraktion jener, die Hamlet werktreu bevorzugt hätten, schrumpfen. Die Spannung auf die Premiere wuchs. Wolfgang Claus vom Verein dankte Matthias Göttfert und der WLB.

Proben für "Hamlet" - Bild: Roland Geltz

Proben für „Hamlet“ – Bild: Roland Geltz