Nächste Veranstaltungen

Verleihung der Theaterpreise des Vereins der Freunde der WLB
17. September 2017, 11 Uhr, WLB, Schauspielhaus: Die Preisverleihung wird zu Beginn der Veranstaltung der WLB „Entdeckungsreise durch den Spielplan“ stattfinden.

 

 

Zurückliegende Veranstaltungen

Theaterprobe „Luther“ auf dem Kessler-Platz

Es war eine unglaublich große Zahl von Mitgliedern, die Chefdramaturg Marcus Grube bei einer Theaterprobe zum Freilichtstück „Luther“ begrüßte. Und zur großen Überraschung nahm sich auch Jörg Ehni, der Autor des Stücks, Zeit für die theaterbegeisterten Besucher.

Marcus Grube und Jörg Ehni führten im oberen Foyer der WLB sehr anschaulich, kurzweilig und sich herrlich die Bälle zuspielend in das Stück ein. Danach ging es zum Kessler-Platz, wo man schon hinsichtlich der Bühne und der Anordnung der Zuschauertribünen fasziniert war. Es war der Probenabend vor der sogenannten AMA (Probe „Alles mit allem“). Die Vereinsmitglieder konnten eine spannende Probe unter der Regie von Marcel Keller betreffend eine sehr beeindruckende Szene mit dem Ablassprediger Johann Tetzel miterleben.

Ein interessantes Nachgespräch mit Marcus Grube und Jörg Ehni rundete den außerordentlich schönen Probenbesuch ab. Und deutlich war zu spüren, mit welch großer Vorfreude und Spannung die Vereinsmitglieder der Aufführung entgegensehen.

Besuch der 50er-Jahre-Ausstellung

Für die Fortsetzung der Tradition des Vereins, einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung zu besuchen, bot sich in dieser Spielzeit das Stadtmuseum im Gelben Haus an, ist doch dort derzeit die sehr ansprechende Ausstellung „Erinnerung eines Jahrzehnts. Esslingen in den 50er-Jahren“ zu sehen.

Martin Beutelspacher, der Leiter der Städtischen Museen, stellte in seiner sehr interessanten, kurzweiligen Begrüßung das Gelbe Haus vor. Danach führte die Kuratorin Julia Opitz die fast 50 Teilnehmer sehr strukturiert und unterhaltsam in die Ausstellung ein.

Und dann begann die Reise zurück in das genannte Jahrzehnt. Dieses wurde wieder lebendig durch Fotos und Geschichten, vor allem aber durch Objekte jener Zeit, Einrichtungsgegenstände wie Nierentisch, Tütenlampe und Blumenständer, Haushaltsgegenstände wie Bowle-Service und Salzstangenhalter, Geräte wie Fernseher mit kleiner Bildfläche und Tefifon. Lebendig wurde das Jahrzehnt aber auch durch die vielen Beiträge der Teilnehmer, die in  herrlichen Gesprächen gegenseitig Erinnerungen wach werden ließen.

Wolfgang Clauß vom Theaterverein rundete mit seinem Gedicht „Ach, weißt du denn, wie damals war …“ die Veranstaltung ab. In Form von Versen erschienen unter anderem das Nadelöhr, welches der Bus in Richtung RSK  durchfahren musste, der erste Eiswagen auf dem Marktplatz, die obere und untere Maille, geteilt durch die platanengesäumte Vogelsangstraße, die Eröffnung des Neckarfreibads, des Landolinshofs, des Jazzkellers und der Schelztorhalle, die Kinovielfalt, Kugels Saal, das Café Eitel mit seinem Springbrunnen und das auch in der Ausstellung zu betrachtende Freya-Küchenbad – „… wenn ja, Terrazzo-Spültisch raus, und hochklappbarer kam ins Haus, und drunter, welch‘ Idee, zu loben, klein Badewanne ward geschoben …“

Ein wunderbarer Abend mit Intendant Friedrich Schirmer

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Vereins sprach Bernd Daferner als 1. Vorsitzender zunächst den großen Zuspruch an, den die WLB derzeit erfährt. Er gratulierte allen, die hierfür verantwortlich sind, allen voran Intendant Friedrich Schirmer.

Bernd Daferner berichtete von durchgeführten und geplanten Veranstaltungen des Vereins, die auf ständig steigendes Interesse stoßen. Stolz sei der Verein auch auf die Junge WLB. Er hob in diesem Zusammenhang auf die beiden auch vom Verein unterstützten Projekte „Esslinger Kulturrucksack“ und „WLB-Klassenkasse“ ab.

Otto Blumenstock erstattete den Kassenbericht. Die Prüfung ergab eine einwandfreie Führung der Kasse. Bernd Daferner erläuterte, dass er wegen gesundheitlicher Einschränkungen nach 18 Jahren nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidieren wolle, aber bereit sei, künftig im Vorstand als stellvertretender Vorsitzender mitzuwirken. Sodann dankte er Lutz Ternes, dem seitherigen Schatzmeister, der nach 18 Jahren nicht mehr kandidieren wollte, für seinen stets großen Einsatz und die immer vorbildliche Kassenführung, sowie der aus dem Beirat ausscheidenden Gabriele Ternes für ihre engagierte Mitarbeit.

Unter der Wahlleitung von Roland Geltz, der sich zunächst bei Bernd Daferner für die großartige 18-jährige Tätigkeit an der Spitze des Theatervereins bedankte, wurde folgender Vorstand gewählt: Dr. Wolfgang Clauß als 1. Vorsitzender, Bernd Daferner und Christa Müller als seine Stellvertreter und ferner Erich Saam, Barbara Braun-Nickel und Ulrike Jahn-Sauner.

Bild von links:  Bernd Daferner, Friedrich Schirmer,      Dr. Wolfgang Clauß                                                              Foto: Inge Rieber

Der Höhepunkt des Abends war das Gespräch mit Intendant Friedrich Schirmer. Die Theaterfreunde erfuhren, auf welche Umstände es für den Erfolg eines Theaters ankommt. Friedrich Schirmer schilderte in anschaulicher Weise die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation zwischen Bühne und Zuschauerraum und machte ebenso deutlich, was Theater leisten soll und wie wichtig die Rolle des Zuschauers an einem Theaterabend ist. Interessant war, zu erfahren, die Liste der Stücke, die er gern zur Aufführung bringen wolle, sei sehr lang und die Vorplanung reiche weit hinaus. Und sehr anschaulich erzählte Friedrich Schirmer, wie man passende Schauspieler für ein Ensemble findet und wie, unter Berücksichtigung welcher Aspekte und wann es jeweils zur Besetzung der einzelnen Rollen kommt. Es war ein wunderbarer Abend mit einem ganz großen Intendanten, dem man gern noch viel länger zugehört hätte.

Dr. Wolfgang Clauß im Gespräch mit dem Intendanten Friedrich Schirmer                  Foto: Roland Geltz

Eine Sommernacht mit Hindernissen

Traditionell lädt die WLB den Verein der Freunde der WLB einmal im Jahr zu einem besonderen Theaterabend ein. Diesmal zu „Eine Sommernacht“. Bernd Daferner erinnerte in seiner Begrüßung vor vollem Haus, dass diese Einladung seit fast 18 Jahren daran erinnert, „dass wir seinerzeit zusammen für die WLB angetreten sind, mit dem Ergebnis, dass es die WLB heute noch gibt und zwar in Höchstform, z.B. was das Ensemble und die Zuschauerzahlen angeht“. Der Beifall zeigte, dass die Mitglieder stolz darauf sind.

Gespielt wurde das Zwei-Personenstück von Kristin Göpfert, seit 2004 festes Ensemblemitglied und in der Spielzeit 14/15 als beliebteste Schauspielerin ausgezeichnet und Felix Jeiter, neu im Ensemble und als Franz im „Trafikant“ wahrlich überzeugend. An einem verregneten Sommerwochenende in Edinburgh lernt die erfolgreiche Scheidungsanwältin Helena, die von ihrem Liebhaber versetzt wurde, den Kleinkriminellen Bob kennen. Außer ihrem Alter – 35 – haben sie nichts gemeinsam. Trotzdem wagen sie betrunken einen One-Night-Stand miteinander. Nach dem Aufwachen schickt sie ihn weg, aber das Schicksal führt die beiden unverhofft wieder zusammen. Die Akteure ziehen alle Register ihrer Schauspielkunst, von liebenswürdig, wild, enttäuscht und euphorisch und zeigen auch im musikalischen Teil, wie versiert sie sind. Langer Beifall belohnte sie, bevor sie im Oberen Foyer noch lange mit interessierten Mitgliedern plauderten.

Herr Err fährt wieder rückwärts

In der WLB platzte der Saal aus allen Nähten, als der Verein der Freunde der WLB in Zusammenarbeit mit der WLB zu einer heiteren literarisch-musikalischen Matinee mit dem Titel „Herr Err kehrt zurück“ geladen hatte. Der Esslinger Dichter Wolfgang Clauß, von Haus aus Jurist, hatte wieder einen bunten Bogen selbst erlebter oder aus nächster Nähe erfahrene Begebenheiten in Verse verpackt. Erneut gelang es ihm, der auch im Verein der Freunde aktiv ist, dem begeisterten Publikum mit seiner witzigen, fröhlichen und auch temperamentvollen Art einen entspannten Sonntagvormittag mit vielen Lachern zu bereiten. Wieder fuhr der titelgebende Herr Err rückwärts nach Balderschwang hoch und die Tübinger Zimmerwirtin zu Studentenzeiten in den 60ern war höchst erfinderisch bei der Verhinderung von Damenbesuchen bei ihren „Buben“. Edgar Müller-Lechermanns gelungene Überleitungen am Klavier verbanden gekonnt die humorvollen Verse.  So fügte sich Erdichtetes und Musikalisches zu einer mit lang anhaltendem Schlussapplaus bedachten Matinee. Kein Wunder, dass viele der Einladung des Vereins der Freunde zu einem Umtrunk mit den Künstlern ins Obere Foyer folgten.

Theaterprobe „Seelenwanderung“

Lucretia © Württembergische Landesbühne Esslingen

Am 24. Januar 2017 Kann man auch ohne Seele leben? Trotz klirrender Kälte war die Theaterprobe zum Stück “Seelenwanderung“ gut besucht. Die Mitglieder wollten wissen, was es mit den beiden… Mehr »

Der Esslinger „Kulturrucksack“ und das Projekt „Klassenkasse „

Beide Projekte werden vom Verein der Freunde der WLB unterstützt.

Viele sagen, junge Leute sollten nicht nur mit ihrem Smartphone spielen, sondern auch Zugang zu kulturellen Angeboten bekommen. Von der ersten Sekunde an hat der Verein die Überlegungen der WLB (insbesonders von Marco Süß, Leiter Junge WLB) unterstützt, jungen Leuten ein kulturpädagogisches Angebot zu machen. Wir sind stolz mit der WLB, dass daraus das erfolgreiche Projekt „Esslinger Kulturrucksack“ entstanden ist. Es ist ein Angebot für SchülerInnen der Klassenstufe 5 der Stadt Esslingen.Ein Kooperationsprojekt der WLB/Junge WLB, der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen und dem PODIUM Festival.

Kunst als Grundnahrungsmittel für alle! Alle Esslinger SchülerInnen der 5. Klassen weiterführender Schulen sind mit Unterstützung der RektorInnen und der KontaktlehrerInnen mit dabei., Sie nehmen in diesem Schuljahr an spannenden Veranstaltungen der o.g. ausgewählten Esslinger Kultureinrichtungen teil und können bei aktiver Vor- und Nachbereitung ihren eigenen künstlerischen Ausdrucksformen Raum geben

Der Esslinger Kulturrucksack geht in der Spielzeit 2016/2017 bereits in die dritte Runde. Alle weiterführenden Esslinger Schulen sind mit dabei.Die SchülerInnen besuchen eine Vorstellung des Kinderstücks Sumchi von Amos Oz in der WLB Esslingen und nehmen an passend dafür konzipierten Workshops vor und nach dem Theaterbesuch teil. Sie sehen eine Musik- oder Tanztheaterinszenierung im Rahmen des PODIUM Festival und besuchen in der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen eine Ausstellung. Im Vorfeld kommt eine Kulturpädagogin in die Klassen.

DIE WLB-KLASSENKASSE

Nicht alle Familien können sich die Teilnahme an kulturellen Angeboten leisten. Mit der WLB KLASSENKASSE werden Kinder unterstützt, denen der Zugang zum Theater finanziell nicht möglich ist. Im Rahmen dieses Projekts werden Eintrittskarten für Vorstellungsbesuche sowie theaterpädagogische Veranstaltungen finanziert. Der Verein der Freunde der WLB unterstützt diese Aktion ideel und finanziell. Besonders wichtig ist auch die Unterstützung durch die Kreissparkasse Esslingen.

Wer mithelfen möchte , kann dies durch eine Spende tun. Dadurch wird es möglich, die Klassenkasse langfristig anzulegen. Dieses Projekt nimmt an der Verdoppelungsaktion der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen teil. Alle Spenden die derzeit eingehen, werden von der Sparkasse nochmal verdoppelt.

Wenn Sie z.B. 25 € spenden, werden daraus 50 € für die Klassenkasse. Sie können spenden und erhalten weitere Infos unter: http://www.gut-fuer-den-landkreis-esslingen.de/projects/44627

Theater ist Lebensqualität

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Podium, als der Verein der Freunde zur Matinee „Faszination Theater“ eingeladen hatte. Dieses Gespräch mit drei Schauspielern, nämlich Klaus Lerm, der über 30 Jahre an der WLB spielte, Nina Mohr und Marcus Michalski, beide aktuelle WLB-Mimen, moderierten Bernd Daferner und Wolfgang Clauß. Gemeinsam mit den Zuschauern spürten sie dem Phänomen nach, dass die WLB derzeit einen wahrhaften Theaterboom erlebt. Die besten Zuschauerzahlen seit 25 Jahren und mit über 113000 Zuschauern, in der letzten Spielzeit insgesamt, mehr als das Staatsschauspiel in Stuttgart. Daferner gratulierte allen Theatermachern und Intendant Friedrich Schirmer. Er verwies darauf, dass der Erfolg auch an dem großartigen Ensemble liege.

Klaus Lerm erzählte mit unterhaltsamen Beispielen, wie sich das Theater im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Und er ist immer noch ein ein eindrucksvoller Mime, der ab 1965 in vielen Rollen glänzte. Nina Mohr, die Jüngste in der Runde und vor kurzem als beliebteste Darstellerin der Spielzeit 15/16 ausgezeichnet, erzählte, wie sie vom Schultheater zur Schauspielausbildung in Salzburg kam und welche Rollen ihr am meisten Freude machten. Marcus Michalski, der bereits 1998 von der Zeitschrift „Theater heute“ als bester Nachwuchsschauspieler nominiert war und auch in Film und Fernsehen aktiv ist, verriet, wie er an die Rolle des Walter Kempowski in „Tadellöser und Wolff“ heranging und schilderte Erfahrungen mit Theaterkritiken, die teilweise vollständig konträr sind. Wolfgang Clauß beleuchtete mit den Schauspielern besonders das Verhältnis Publikum und Darsteller.

Es zeigte sich, dass diese Elektrizität zwischen Rampe und Zuschauerraum für die Akteure ein ganz besondere Rolle für das Gelingen eines Theaterabends spielt. Auch Intendant Schirmer wies darauf hin, dass der Zuschauer und seine Reaktionen wesentlicher Bestandteil einer Aufführung sind, denn schließlich würde ja für die Zuschauer Theater gemacht. Langer Beifall für die Akteure und spannende Gespräche mit ihnen beim anschließenden Umtrunk zeigten, wie sehr die Zuschauer Theater und die Schauspieler mögen und dass das Publikum auch spannende Blicke hinter die Kulissen mag.

Von links: Marcus Michalski, Wolfgang Clauß, Nina Mohr und Klaus Lerm. Foto: Erich Saam

Von links: Marcus Michalski, Wolfgang Clauß, Nina Mohr und Klaus Lerm. Foto: Erich Saam