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Gute Dramaturgie ist unsichtbar
Matinee - Sonntag, 12. November 2017, 11 Uhr, WLB, Podium 1:

Ein Vormittag mit der Dramaturgie der WLB

Dramaturginnen und Dramaturgen sind die große Konstante eines Theaters und prägen sein Gesicht in der Öffentlichkeit. Trotzdem kennen auch langjährige Theaterbesucher nur Teile ihrer Aufgaben und wissen nicht, wie sich die Tätigkeit im Laufe der Jahre verändert hat. Die Dramaturgie der WLB gibt interessante Einblicke in ihr Berufsfeld - auch ganz konkret in Bezug auf Stücke, die an der WLB zu sehen waren und zu sehen sind.

Moderation: Bernd Daferner und Wolfgang Clauß

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der WLB.

Der Eintritt ist frei.

 

 

 

Zurückliegende Veranstaltungen

Besuch der Theaterprobe „Der Seewolf“

Nach dem  glänzenden Auftakt der WLB in der Spielzeit 2017/2018  mit „Der stumme Diener“, „Hedda Gabler“ und  „Wir Mädel singen“  fand unser erster Probenbesuch in dieser Spielzeit statt. Wir besuchten eine Probe zu „Der Seewolf“, einem Stück nach dem Roman von Jack London in einer Adaption von Tom Blokdijk.

Wolfgang Clauß konnte im Podium 1 der WLB sehr viele Mitglieder willkommen heißen, davon einige, die den Roman gelesen und viele, die den Fernsehfilm mit Raimund Harmstorf in der Hauptrolle gesehen hatten.

Zunächst bereitete uns die stückbegleitende Dramaturgin Michaela Stolte ganz hervorragend auf die Probe vor. Sie brachte uns Leben und Werk von Jack London näher, um danach sehr geschickt die interessanten, ideenreichen Besonderheiten der Bühnenadaption darzustellen. Sehr beeindruckend und fesselnd war dann im Schauspielhaus die Probenarbeit unter der Regie von Daniel Wahl. Sie war dazuhin auch abwechslungsreich, konnten wir doch eine Szene erleben, in der sehr sorgfältig gefeilt wurde, und eine recht zügige Passage. Man hatte herrliche Einblicke in eine eindrucksvolle Regieführung und in die Umsetzung toller Ideen. Und angesichts dieser Eindrücke fiebern die Probenbesucher der Aufführung entgegen und sind gespannt auf das Aufeinanderprallen des schiffbrüchigen Schöngeistes und Literaturkritikers Humphrey van Weyden mit dem brutalen, menschenverachtenden Kapitän des Robbenfängers „Ghost“, Wolf Larsen, der aber andererseits, auch wegen seiner hohen Intelligenz, van Weyden auch fasziniert.

Die Theaterpreise des Vereins wurden verliehen

Zu Beginn der WLB-Matinee „Entdeckungsreise durch den Spielplan“ wurden die Theaterpreise des Vereins für die vergangene Spielzeit verliehen. Geehrt wurden eine Schauspielerin und ein Schauspieler, die einer vom Vereinsvorstand berufenen Jury mehrheitlich am besten gefallen haben. In gleicher Weise wurde ein Stück ausgezeichnet sowie ein Preis für die Junge WLB und ein Sonderpreis verliehen.

Wolfgang Clauß machte im Rahmen seiner Einführung deutlich, dass angesichts der erneut glanzvollen Spielzeit, der sehr gelungenen Stückauswahl, der unglaublich starken Inszenierungen und des großartigen, toll besetzten Ensembles den Jury-Mitgliedern die Entscheidungen nicht leicht fielen.

Natascha Richter begründete die Auszeichnung des von Christof Küster inszenierten Stücks „Hiob“ mit einer hervorragenden Umsetzung des Stoffs durch eine feine Regie, mit Marion Eiseles ausdrucksstarkem Bühnenbild, mit den von ihr in einem Guss entworfenen Kostümen und mit einem intensiven Zusammenspiel des Ensembles. Dieses Stück habe sich in seiner ganzen unmittelbaren Wucht förmlich eingebrannt.

Ingrid Vandrée bedankte sich in ihrer Laudatio auf die beliebteste Schauspielerin bei Sabine Bräuning. Sie habe im Stück „Der Trafikant“ ganz wesentlich zu einer Sternstunde der Theaterkunst beigetragen, in „Die Auferstehung“ sei sie die ebenso straighte wie hysterische, donnernd fulminante Familienmanagerin gewesen und in „Schnabeltassen“ habe sie als die im Herbst des Lebens stehende Veronika Bodega brilliert. Sie sei eine wunderbare Schauspielerin, die uns mit ihrer Kunst immer wieder zum Nachdenken, zum Lachen und zum Weinen gebracht habe.

Als beliebtesten Schauspieler ehrte die Jury Marcus Michalski. Christa Müller hob auf seine große Wandlungsfähigkeit und Einfühlsamkeit ab. Er beherrsche ein breites Spektrum an Charakteren von der Komik bis zur Tragödie. In der vergangenen Spielzeit habe er vor allem in der sehr schwierigen Rolle des Menuchim Singer in „Hiob“ brilliert. Aber auch in der Rolle des Oscar Federle in „Fatal! Fatal! Mord auf dem Schillerplatz“ und in diversen Rollen in „Doctor Faustus‘ Magical Circus Part II“ habe er sehr überzeugt.

Ulrike Jahn-Sauner händigte den Preis für die unter der künstlerischen Leitung von Marco Süß stehende Junge WLB aus. Er fiel auf Alessandra Bosch und Daniel Großkämper mit dem Projekt „Lesekiste“. Es sei ein Team, das ohne viel Schnickschnack geheimnisvolle Welten und Wesen zum Leben erwecken könne, ganz ohne Requisiten, ganz ohne Theaterbühne, nur mit Witz und Spiellaune, in Klassenzimmern und Bibliotheken in ganz Baden-Württemberg, 250 Mal im Jahr.

Einen Sonderpreis erhielt Reinhold Ohngemach für seine jahrzehntelange Schauspielkunst, davon viele Jahre – auch schon während der ersten Intendanz Friedrich Schirmers an der WLB – in Esslingen, und insbesondere für die Darstellung des Mendel Singer in „Hiob“. Monika Wille bezeichnete es als eine ganz besondere Ehre, diesen Meister seines Fachs auszeichnen zu dürfen, den man in vielen großartigen Charakterrollen habe erleben dürfen, zuletzt unter anderem in „Die Bauernoper“, „Schnabeltassen“, „Die Auferstehung“, „Luther“ und vor allem grandios in seiner Titelrolle in „Hiob“.

 

Theaterprobe „Luther“ auf dem Kessler-Platz

Es war eine unglaublich große Zahl von Mitgliedern, die Chefdramaturg Marcus Grube bei einer Theaterprobe zum Freilichtstück „Luther“ begrüßte. Und zur großen Überraschung nahm sich auch Jörg Ehni, der Autor des Stücks, Zeit für die theaterbegeisterten Besucher.

Marcus Grube und Jörg Ehni führten im oberen Foyer der WLB sehr anschaulich, kurzweilig und sich herrlich die Bälle zuspielend in das Stück ein. Danach ging es zum Kessler-Platz, wo man schon hinsichtlich der Bühne und der Anordnung der Zuschauertribünen fasziniert war. Es war der Probenabend vor der sogenannten AMA (Probe „Alles mit allem“). Die Vereinsmitglieder konnten eine spannende Probe unter der Regie von Marcel Keller betreffend eine sehr beeindruckende Szene mit dem Ablassprediger Johann Tetzel miterleben.

Ein interessantes Nachgespräch mit Marcus Grube und Jörg Ehni rundete den außerordentlich schönen Probenbesuch ab. Und deutlich war zu spüren, mit welch großer Vorfreude und Spannung die Vereinsmitglieder der Aufführung entgegensehen.

Besuch der 50er-Jahre-Ausstellung

Für die Fortsetzung der Tradition des Vereins, einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung zu besuchen, bot sich in dieser Spielzeit das Stadtmuseum im Gelben Haus an, ist doch dort derzeit die sehr ansprechende Ausstellung „Erinnerung eines Jahrzehnts. Esslingen in den 50er-Jahren“ zu sehen.

Martin Beutelspacher, der Leiter der Städtischen Museen, stellte in seiner sehr interessanten, kurzweiligen Begrüßung das Gelbe Haus vor. Danach führte die Kuratorin Julia Opitz die fast 50 Teilnehmer sehr strukturiert und unterhaltsam in die Ausstellung ein.

Und dann begann die Reise zurück in das genannte Jahrzehnt. Dieses wurde wieder lebendig durch Fotos und Geschichten, vor allem aber durch Objekte jener Zeit, Einrichtungsgegenstände wie Nierentisch, Tütenlampe und Blumenständer, Haushaltsgegenstände wie Bowle-Service und Salzstangenhalter, Geräte wie Fernseher mit kleiner Bildfläche und Tefifon. Lebendig wurde das Jahrzehnt aber auch durch die vielen Beiträge der Teilnehmer, die in  herrlichen Gesprächen gegenseitig Erinnerungen wach werden ließen.

Wolfgang Clauß vom Theaterverein rundete mit seinem Gedicht „Ach, weißt du denn, wie damals war …“ die Veranstaltung ab. In Form von Versen erschienen unter anderem das Nadelöhr, welches der Bus in Richtung RSK  durchfahren musste, der erste Eiswagen auf dem Marktplatz, die obere und untere Maille, geteilt durch die platanengesäumte Vogelsangstraße, die Eröffnung des Neckarfreibads, des Landolinshofs, des Jazzkellers und der Schelztorhalle, die Kinovielfalt, Kugels Saal, das Café Eitel mit seinem Springbrunnen und das auch in der Ausstellung zu betrachtende Freya-Küchenbad – „… wenn ja, Terrazzo-Spültisch raus, und hochklappbarer kam ins Haus, und drunter, welch‘ Idee, zu loben, klein Badewanne ward geschoben …“

Ein wunderbarer Abend mit Intendant Friedrich Schirmer

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Vereins sprach Bernd Daferner als 1. Vorsitzender zunächst den großen Zuspruch an, den die WLB derzeit erfährt. Er gratulierte allen, die hierfür verantwortlich sind, allen voran Intendant Friedrich Schirmer.

Bernd Daferner berichtete von durchgeführten und geplanten Veranstaltungen des Vereins, die auf ständig steigendes Interesse stoßen. Stolz sei der Verein auch auf die Junge WLB. Er hob in diesem Zusammenhang auf die beiden auch vom Verein unterstützten Projekte „Esslinger Kulturrucksack“ und „WLB-Klassenkasse“ ab.

Otto Blumenstock erstattete den Kassenbericht. Die Prüfung ergab eine einwandfreie Führung der Kasse. Bernd Daferner erläuterte, dass er wegen gesundheitlicher Einschränkungen nach 18 Jahren nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidieren wolle, aber bereit sei, künftig im Vorstand als stellvertretender Vorsitzender mitzuwirken. Sodann dankte er Lutz Ternes, dem seitherigen Schatzmeister, der nach 18 Jahren nicht mehr kandidieren wollte, für seinen stets großen Einsatz und die immer vorbildliche Kassenführung, sowie der aus dem Beirat ausscheidenden Gabriele Ternes für ihre engagierte Mitarbeit.

Unter der Wahlleitung von Roland Geltz, der sich zunächst bei Bernd Daferner für die großartige 18-jährige Tätigkeit an der Spitze des Theatervereins bedankte, wurde folgender Vorstand gewählt: Dr. Wolfgang Clauß als 1. Vorsitzender, Bernd Daferner und Christa Müller als seine Stellvertreter und ferner Erich Saam, Barbara Braun-Nickel und Ulrike Jahn-Sauner.

Bild von links:  Bernd Daferner, Friedrich Schirmer,      Dr. Wolfgang Clauß                                                              Foto: Inge Rieber

Der Höhepunkt des Abends war das Gespräch mit Intendant Friedrich Schirmer. Die Theaterfreunde erfuhren, auf welche Umstände es für den Erfolg eines Theaters ankommt. Friedrich Schirmer schilderte in anschaulicher Weise die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation zwischen Bühne und Zuschauerraum und machte ebenso deutlich, was Theater leisten soll und wie wichtig die Rolle des Zuschauers an einem Theaterabend ist. Interessant war, zu erfahren, die Liste der Stücke, die er gern zur Aufführung bringen wolle, sei sehr lang und die Vorplanung reiche weit hinaus. Und sehr anschaulich erzählte Friedrich Schirmer, wie man passende Schauspieler für ein Ensemble findet und wie, unter Berücksichtigung welcher Aspekte und wann es jeweils zur Besetzung der einzelnen Rollen kommt. Es war ein wunderbarer Abend mit einem ganz großen Intendanten, dem man gern noch viel länger zugehört hätte.

Dr. Wolfgang Clauß im Gespräch mit dem Intendanten Friedrich Schirmer                  Foto: Roland Geltz

Eine Sommernacht mit Hindernissen

Traditionell lädt die WLB den Verein der Freunde der WLB einmal im Jahr zu einem besonderen Theaterabend ein. Diesmal zu „Eine Sommernacht“. Bernd Daferner erinnerte in seiner Begrüßung vor vollem Haus, dass diese Einladung seit fast 18 Jahren daran erinnert, „dass wir seinerzeit zusammen für die WLB angetreten sind, mit dem Ergebnis, dass es die WLB heute noch gibt und zwar in Höchstform, z.B. was das Ensemble und die Zuschauerzahlen angeht“. Der Beifall zeigte, dass die Mitglieder stolz darauf sind.

Gespielt wurde das Zwei-Personenstück von Kristin Göpfert, seit 2004 festes Ensemblemitglied und in der Spielzeit 14/15 als beliebteste Schauspielerin ausgezeichnet und Felix Jeiter, neu im Ensemble und als Franz im „Trafikant“ wahrlich überzeugend. An einem verregneten Sommerwochenende in Edinburgh lernt die erfolgreiche Scheidungsanwältin Helena, die von ihrem Liebhaber versetzt wurde, den Kleinkriminellen Bob kennen. Außer ihrem Alter – 35 – haben sie nichts gemeinsam. Trotzdem wagen sie betrunken einen One-Night-Stand miteinander. Nach dem Aufwachen schickt sie ihn weg, aber das Schicksal führt die beiden unverhofft wieder zusammen. Die Akteure ziehen alle Register ihrer Schauspielkunst, von liebenswürdig, wild, enttäuscht und euphorisch und zeigen auch im musikalischen Teil, wie versiert sie sind. Langer Beifall belohnte sie, bevor sie im Oberen Foyer noch lange mit interessierten Mitgliedern plauderten.

Herr Err fährt wieder rückwärts

In der WLB platzte der Saal aus allen Nähten, als der Verein der Freunde der WLB in Zusammenarbeit mit der WLB zu einer heiteren literarisch-musikalischen Matinee mit dem Titel „Herr Err kehrt zurück“ geladen hatte. Der Esslinger Dichter Wolfgang Clauß, von Haus aus Jurist, hatte wieder einen bunten Bogen selbst erlebter oder aus nächster Nähe erfahrene Begebenheiten in Verse verpackt. Erneut gelang es ihm, der auch im Verein der Freunde aktiv ist, dem begeisterten Publikum mit seiner witzigen, fröhlichen und auch temperamentvollen Art einen entspannten Sonntagvormittag mit vielen Lachern zu bereiten. Wieder fuhr der titelgebende Herr Err rückwärts nach Balderschwang hoch und die Tübinger Zimmerwirtin zu Studentenzeiten in den 60ern war höchst erfinderisch bei der Verhinderung von Damenbesuchen bei ihren „Buben“. Edgar Müller-Lechermanns gelungene Überleitungen am Klavier verbanden gekonnt die humorvollen Verse.  So fügte sich Erdichtetes und Musikalisches zu einer mit lang anhaltendem Schlussapplaus bedachten Matinee. Kein Wunder, dass viele der Einladung des Vereins der Freunde zu einem Umtrunk mit den Künstlern ins Obere Foyer folgten.

Theaterprobe „Seelenwanderung“

Lucretia © Württembergische Landesbühne Esslingen

Am 24. Januar 2017 Kann man auch ohne Seele leben? Trotz klirrender Kälte war die Theaterprobe zum Stück “Seelenwanderung“ gut besucht. Die Mitglieder wollten wissen, was es mit den beiden… Mehr »