Nächste Veranstaltungen

Verleihung der Theaterpreise

Sonntag, 16. September 2018, voraussichtlich 11 Uhr, WLB, Schauspielhaus

Näheres wird noch bekannt gegeben

Besuch einer Theaterprobe zu "Der zerbrochene Krug"

Anfang Oktober 2018

Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben

 

 

Zurückliegende Veranstaltungen

Im Elfenwald auf der Esslinger Maille

Der letzte Probenbesuch in der Spielzeit 2017/2018 galt dem diesjährigen Freilichtstück der WLB „Ein Sommernachtstraum“, einem Musical nach William Shakespeare, in einer Neufassung und mit Songtexten von Heinz Rudolf Kunze und der Musik von Heiner Lürig.

Zunächst führte die stückbegleitende Dramaturgin Anna Gubiani die zahlreich erschienen Theaterfreunde im Podium 2 der WLB sehr gelungen in das Stück ein und bereitete sie geschickt auf die Probe vor. Danach ging es auf die Maille, wo einen die zum Stück passende Anordnung der Zuschauertribünen sofort voll überzeugte. Und dann erlebte man etwa eine Stunde lang eine sehr beeindruckende Probenarbeit unter der Regie von Klaus Hemmerle. Es war der Tag nach der sogenannten AMA (Probe „Alles mit allem“). Sehr interessant war, wie in einer Szene mit Oberon, Titania und Hofnarr Puck sehr gründlich gearbeitet und an Details gefeilt wurde. Herrlich waren die Dialoge und Songs, begleitet vom Musikalischen Leiter Wolfgang Fuhr.

Im Anschluss an die Probe gab es im Podium 2 der WLB ein tolles Nachgespräch zur Probe mit Anna Gubiani und dem Schauspieler Martin Theuer, der an der Probe beteiligt war. Man erfuhr dabei aus erster Hand nicht nur wichtige Dinge betreffend die Probenarbeit in Bezug auf das konkrete Stück, sondern darüber hinaus, sehr anschaulich und sympathisch vorgetragen, das Werden und die Probenabschnitte einer Produktion allgemein.

Am Ende dieses schönen Probenabends  war die große Vorfreude der Probenbesucher auf die Aufführung deutlich zu spüren.

Wenn zwei kontrastreiche WGs aufeinanderprallen

Traditionell lädt die WLB den Verein einmal im Jahr zu einem besonderen Theaterabend ein, dieses Mal zu „Wir sind die Neuen“, der Komödie von Ralf Westhoff, in einer Bühnenfassung von Jürgen Popig, herrlich inszeniert von Klaus-Dieter Köhler. Das Karteninteresse war so groß, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten.

In dem Stück prallen zwei übereinander wohnende, grundverschiedene WGs aufeinander, einmal zwei Studentinnen und ein Student, die sich, karriereorientiert, wenn auch nicht immer geschickt, auf das Examen vorbereiten, und eine Alt-68er-WG, eine Rentnerin und zwei Rentner, die nicht nur aus finanziellen Gründen alte Zeiten wieder aufleben lassen wollen. Das schafft naturgemäß in vielen Dingen nicht lösbar erscheinende Konflikte zweier Generationen. Und dann sorgen Umstände dafür, dass man doch zusammenfindet.

Die raschen Szenen- und Stockwerkwechsel sind in der Inszenierung genial gelungen. Man erlebt ständig köstliche, pointierte Dialoge. Die WGler werden glänzend gespielt, die jungen Streber von Barbara Dussler, Sofie Alice Miller und Felix Jeiter, die Alt-68er von Gesine Hannemann, Lothar Bobbe und Achim Hall. Und die große Spielfreude der Schauspieler wurde allzeit deutlich. Der Funke sprang alsbald auf das begeisterte Publikum über und der anschließende Beifall war riesig. Sehr unterhaltsam waren schließlich die Gespräche mit den Schauspielerinnen und Schauspielern bei einem kleinen Umtrunk nach der Vorstellung.

Ein sehr gelungener Besuch des J.F. Schreiber-Museums

Es ist eine gute Tradition des Vereins, einmal im Jahr eine andere Esslinger Kultureinrichtung zu besuchen. In diesem Jahr entschieden wir uns für das J.F. Schreiber-Museum im Salemer Pfleghof. Das bot sich schon deshalb an, weil auch viele Esslinger nicht wissen, welche Bedeutung und welch großes Ansehen der J.F. Schreiber-Verlag besaß.

Zunächst schilderte Martin Beutelspacher, der Leiter der Städtischen Museen, sehr kurzweilig und erfrischend die historischen Abschnitte des Salemer Pfleghofs. Julia Opitz, wissenschaftliche Volontärin, führte uns dann durch die beiden Stockwerke des Museums. Sehr anschaulich berichtete sie über die Entstehung und die Aktivitäten des Verlages, der 1837 von Jakob Ferdinand Schreiber, der als Lithograf mit 44 Steinplatten 1831 nach Esslingen gekommen und durch den Druck von Heiligenbildern („Holgen“) bekannt geworden war, gegründet wurde. Berühmt wurde der Verlag vor allem durch seine farbig illustrierten Kinder- und Naturbücher, Wandtafeln für den Schulunterricht, die weithin bekannten Modellbaubögen und, was uns als Theaterfreunde besonders interessierte, seine auch international sehr erfolgreichen Papiertheater. Sehr interessant waren die Einblicke in die komplexe Technik des Steindrucks.

Ein ganz großer Genuss war der Rundgang im oberen Teil des Museums und dort vor allem die Geschichte des Papiertheaters und seine Technik sowie der Gang durch die Wurzelhöhle, deren Basis Sybille Olfers Bilderbücher „Etwas von den Wurzelkindern“ sind.

Es war ein wunderschöner Abend in einem hochinteressanten Museum, dessen Besuch Groß und Klein sehr zu empfehlen ist. Und es war eine großartige Führung durch Julia Opitz, die die Fähigkeit hat, tief gehend zu informieren und dennoch gut zu unterhalten.

Jochen Schirmer und Wolfgang Clauß, Foto Thomas Dietz

Frösche sind auch nur Menschen

In der gut besuchten Matinee im Schauspielhaus merkten die  Zuschauer schnell, dass sie den deutschen Frosch zeitlebens stark unterschätzt haben. In einer Gemeinschaftsveranstaltung von WLB und Verein der Freunde der WLB trafen zwei kongeniale, wenn auch nicht zu ernst zu nehmende Dichter aufeinander. Jochen Schirmer, Bruder des Intendanten, als Leo Löffel und Wolfgang Clauß, Vorstand des Theatervereins, als der berüchtigte Rückwärtsfahrer Herr Err.

Nach einer gelungenen Einführung durch den Intendanten Friedrich Schirmer waren serielle Lacher programmiert, als Leo Löffel, Deutschlands führender Froschlyriker und Träger der renommierten „Franz von Storch“-Medaille, in ab- bis tiefgründiger Kongenialität  aufzeigte, dass Frösche letztendlich auch nur Menschen sind. Wer wusste schon, dass ‚der Knallfrosch machte dreimal Bumm und war danach für immer stumm‘. Oder wer hat sich jemals Gedanken über ‚die sittliche Integrität des Nacktfroschs‘ gemacht.

Wolfgang Clauß hatte nicht nur den legendären Rückwärtsfahrer Herrn Err im dichterischen Gepäck, sondern auch etliche neue Begebenheiten zu Fuß, in der Bahn und mit dem Fahrrad. Selbst Erlebtes aus fantasievollem Kindermund und schwäbische Besonderheiten, von der vergessenen Badehose am Weiher bis zum Kollegen, der nie etwas von sich persönlich preisgab und auf die Frage, was er sich denn für ein neues Auto gekauft habe, verriet: Es ist blau.

Nach viel Schmunzeln und Lachen gab es langen Beifall für die Dichterfürsten.

Beim anschließenden Stehempfang, zu dem der Verein der Freunde eingeladen hatte, kam das unbestätigte Gerücht auf, dass die WLB demnächst in ihrem Opernteil nicht die ‚Zauberflöte‘, sondern die ‚Froschkröte‘ aufführen wird, vielleicht sogar die ‚Dreifroschenoper‘.

Besuch der Theaterprobe „Schtonk!“

Die Einladung zu unserem zweiten Besuch einer Theaterprobe in dieser Spielzeit fand bei den Mitgliedern ganz großen Anklang. Wolfgang Clauß konnte wieder eine sehr stattliche Zahl von Probenbesuchern begrüßen, von denen sich die meisten an die dem Stück zugrunde liegenden Vorgänge gut erinnerten, den Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher und die Veröffentlichung diesbezüglicher Auszüge durch das Wochenmagazin Stern im Jahr 1983. Und viele hatten auch 1992 den Film von Helmut Dietl und Ulrich Limmer gesehen.

Anja Massoth, die stückbegleitende Dramaturgin, gab uns eine großartige, sauber strukturierte Einführung in das Stück, dessen Bühnenfassung der Chefdramaturg der WLB, Marcus Grube, geschrieben hat. Sie berichtete auch über die Erlangung der Rechte für diese Produktion und hob auf den Reiz ab, diese groteske und geniale Komödie mit spannenden Dialogen nun erstmals als Bühnenerlebnis zu präsentieren.

Marcus Grube, der auch Regie führt, begrüßte uns anschließend im Schauspielhaus. Etwa eine Stunde lang erlebten wir eine sehr spannende Probenarbeit. Es war äußerst beeindruckend, wie in den drei Szenen, die wir miterlebten, ideenreich gearbeitet und sehr sorgfältig vorgegangen wurde.

Der schöne Probenabend, den ein ergänzendes Gespräch mit Anja Massoth abschloss, bewirkte bei den ohnehin schon sehr gespannten Probenbesuchern noch eine Steigerung der Vorfreude auf die Uraufführung.

 

Gute Dramaturgie ist unsichtbar

Das war ein sehr schöner Vormittag!

In einer wunderbaren Matinee im voll besetzten Podium 1 der WLB, die den Titel trug „Gute Dramaturgie ist unsichtbar“, gab es sehr interessante Einblicke in das Berufsfeld der Dramaturgie. Obwohl Dramaturginnen und Dramaturgen die große Konstante eines Theaters sind, kennen auch langjährige Theaterbesucher oft nur Teile ihrer Aufgaben.

Chefdramaturg Marcus Grube und die Dramaturginnen Anna Gubiani, Michaela Stolte und Stephanie Serles  von der WLB Esslingen machten in der von Bernd Daferner und Wolfgang Clauß moderierten gemeinsamen Veranstaltung der WLB und des Vereins der Freunde der WLB diese Aufgaben sichtbar, auch ganz konkret in Bezug auf Stücke, die an der WLB zu sehen waren und zu sehen sind. In vielfacher Weise stellten sie sehr anschaulich, kurzweilig und immer auch mit einer heiteren Note die Schönheit und das Reizvolle dieser wichtigen Tätigkeit dar.

So erfuhren die Matineebesucher unter anderem Interessantes zur Spielplangestaltung und zum Stücklektorat. Den breitesten Raum nahm der Bereich Produktionsdramaturgie ein, der Stückbegleitung vom Beginn der Probenarbeit bis zur Generalprobe. Dieser ganz wichtige Aufgabenteil beginnt mit der Überführung der intellektuellen Arbeit der Dramaturginnen und Dramaturgen in die Praxis des Theaters. Sehr spannend war, von möglichen Spannungsfeldern zu hören, produzieren doch Dramaturginnen und Dramaturgen einerseits mit, sind sie aber andererseits immer die ersten Zuschauer und Kritiker.

Den Matineebesuchern war schnell klar, dass man, um die erforderliche Balance halten zu können, viele Fähigkeiten benötigt, Fantasie, Gespür für Form und Ästhetik, Kontaktfreude und Teamfähigkeit, aber auch auf Distanz gehen zu können, Überzeugungskraft und vor allem Diplomatie. In diesem Zusammenhang waren auch die ganz unterschiedlichen Berichte über den jeweiligen beruflichen Werdegang sehr interessant.

Man hätte dem Chefdramaturgen und den drei Dramaturginnen noch lange zuhören können, wie auch der große Beifall für sie zeigte. Und so nahmen die begeisterten Matineebesucher gern die Gelegenheit zu Gesprächen mit ihnen bei einem anschließenden kleinen Umtrunk wahr.

Von links: Bernd Daferner, Marcus Grube, Anna Gubiani, Michaela Stolte, Stephanie Serles, Wolfgang Clauß. Foto: Gabriele Alf-Dietz

Besuch der Theaterprobe „Der Seewolf“

Nach dem  glänzenden Auftakt der WLB in der Spielzeit 2017/2018  mit „Der stumme Diener“, „Hedda Gabler“ und  „Wir Mädel singen“  fand unser erster Probenbesuch in dieser Spielzeit statt. Wir besuchten eine Probe zu „Der Seewolf“, einem Stück nach dem Roman von Jack London in einer Adaption von Tom Blokdijk.

Wolfgang Clauß konnte im Podium 1 der WLB sehr viele Mitglieder willkommen heißen, davon einige, die den Roman gelesen und viele, die den Fernsehfilm mit Raimund Harmstorf in der Hauptrolle gesehen hatten.

Zunächst bereitete uns die stückbegleitende Dramaturgin Michaela Stolte ganz hervorragend auf die Probe vor. Sie brachte uns Leben und Werk von Jack London näher, um danach sehr geschickt die interessanten, ideenreichen Besonderheiten der Bühnenadaption darzustellen. Sehr beeindruckend und fesselnd war dann im Schauspielhaus die Probenarbeit unter der Regie von Daniel Wahl. Sie war dazuhin auch abwechslungsreich, konnten wir doch eine Szene erleben, in der sehr sorgfältig gefeilt wurde, und eine recht zügige Passage. Man hatte herrliche Einblicke in eine eindrucksvolle Regieführung und in die Umsetzung toller Ideen. Und angesichts dieser Eindrücke fiebern die Probenbesucher der Aufführung entgegen und sind gespannt auf das Aufeinanderprallen des schiffbrüchigen Schöngeistes und Literaturkritikers Humphrey van Weyden mit dem brutalen, menschenverachtenden Kapitän des Robbenfängers „Ghost“, Wolf Larsen, der aber andererseits, auch wegen seiner hohen Intelligenz, van Weyden auch fasziniert.

Die Theaterpreise des Vereins wurden verliehen

Zu Beginn der WLB-Matinee „Entdeckungsreise durch den Spielplan“ wurden die Theaterpreise des Vereins für die vergangene Spielzeit verliehen. Geehrt wurden eine Schauspielerin und ein Schauspieler, die einer vom Vereinsvorstand berufenen Jury mehrheitlich am besten gefallen haben. In gleicher Weise wurde ein Stück ausgezeichnet sowie ein Preis für die Junge WLB und ein Sonderpreis verliehen.

Wolfgang Clauß machte im Rahmen seiner Einführung deutlich, dass angesichts der erneut glanzvollen Spielzeit, der sehr gelungenen Stückauswahl, der unglaublich starken Inszenierungen und des großartigen, toll besetzten Ensembles den Jury-Mitgliedern die Entscheidungen nicht leicht fielen.

Natascha Richter begründete die Auszeichnung des von Christof Küster inszenierten Stücks „Hiob“ mit einer hervorragenden Umsetzung des Stoffs durch eine feine Regie, mit Marion Eiseles ausdrucksstarkem Bühnenbild, mit den von ihr in einem Guss entworfenen Kostümen und mit einem intensiven Zusammenspiel des Ensembles. Dieses Stück habe sich in seiner ganzen unmittelbaren Wucht förmlich eingebrannt.

Ingrid Vandrée bedankte sich in ihrer Laudatio auf die beliebteste Schauspielerin bei Sabine Bräuning. Sie habe im Stück „Der Trafikant“ ganz wesentlich zu einer Sternstunde der Theaterkunst beigetragen, in „Die Auferstehung“ sei sie die ebenso straighte wie hysterische, donnernd fulminante Familienmanagerin gewesen und in „Schnabeltassen“ habe sie als die im Herbst des Lebens stehende Veronika Bodega brilliert. Sie sei eine wunderbare Schauspielerin, die uns mit ihrer Kunst immer wieder zum Nachdenken, zum Lachen und zum Weinen gebracht habe.

Als beliebtesten Schauspieler ehrte die Jury Marcus Michalski. Christa Müller hob auf seine große Wandlungsfähigkeit und Einfühlsamkeit ab. Er beherrsche ein breites Spektrum an Charakteren von der Komik bis zur Tragödie. In der vergangenen Spielzeit habe er vor allem in der sehr schwierigen Rolle des Menuchim Singer in „Hiob“ brilliert. Aber auch in der Rolle des Oscar Federle in „Fatal! Fatal! Mord auf dem Schillerplatz“ und in diversen Rollen in „Doctor Faustus‘ Magical Circus Part II“ habe er sehr überzeugt.

Ulrike Jahn-Sauner händigte den Preis für die unter der künstlerischen Leitung von Marco Süß stehende Junge WLB aus. Er fiel auf Alessandra Bosch und Daniel Großkämper mit dem Projekt „Lesekiste“. Es sei ein Team, das ohne viel Schnickschnack geheimnisvolle Welten und Wesen zum Leben erwecken könne, ganz ohne Requisiten, ganz ohne Theaterbühne, nur mit Witz und Spiellaune, in Klassenzimmern und Bibliotheken in ganz Baden-Württemberg, 250 Mal im Jahr.

Einen Sonderpreis erhielt Reinhold Ohngemach für seine jahrzehntelange Schauspielkunst, davon viele Jahre – auch schon während der ersten Intendanz Friedrich Schirmers an der WLB – in Esslingen, und insbesondere für die Darstellung des Mendel Singer in „Hiob“. Monika Wille bezeichnete es als eine ganz besondere Ehre, diesen Meister seines Fachs auszeichnen zu dürfen, den man in vielen großartigen Charakterrollen habe erleben dürfen, zuletzt unter anderem in „Die Bauernoper“, „Schnabeltassen“, „Die Auferstehung“, „Luther“ und vor allem grandios in seiner Titelrolle in „Hiob“.